Zeit der Sperrung vorbei

Ederbrücke bei Lohre ist nach aufwändiger Sanierung wieder benutzbar

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Großer Auflauf: Viele Menschen waren am Mittwochnachmittag zur offiziellen Freigabe der Ederbrücke bei Lohre gekommen. Der Weg über die Brücke führt von Lohre aus in die Gemarkungen Rhünda und Harle. Knapp sechs Monate war die Brücke gesperrt. Sie wurde für 700 000 Euro von Grund auf saniert.

Lohre. „Ein schöner Tag”, sagte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz am Mittwochnachmittag bei der Einweihung der sanierten Ederbrücke bei Lohre. Mit einem Dank an alle Beteiligten wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben.

Die knapp 60 Meter lange und fünf Meter breite Brücke wird vor allem von Landwirten, Radfahrern und Wanderern benutzt. Sie ist Teil des 180 Kilometer langen Eder-Radweges, dessen Beliebtheit laut Steinmetz ständig zunimmt.

Dass die Zeit der Sperrung nun vorbei ist – darüber freuen sich auch die Mitglieder des Angelsportvereins Niedervorschütz. „Wir sind sehr froh und dankbar”, sagte Gewässerwart Stefan Lehnhardt. Zusammen mit Gewässerwart Fritz Belz setzte er 80 Bachforellen in die Eder. Der 40 Mitglieder zählende Verein nutzt einen zwei Kilometer langen Abschnitt der Eder.

„Die hat eine sehr gute Wasserqualität”, freut sich Lehnhardt. Und die Brücke sei auch für die Angler wichtig, „weil sie uns beide Uferseiten erschließt”.

Bei der alten Brücke aus dem Jahr 1948 war die Verkehrssicherheit selbst für Radfahrer nicht mehr gegeben”, wie Bürgermeister Steinmetz formulierte. Die alten Pfeiler blieben bei der Sanierung erhalten, sie wurden laut Steinmetz aufgebessert. Der Überbau wurde komplett neu hergestellt.

Ursprünglich sollte der von der Universität Kassel entwickelte Ultra-Hochbeton verwendet werden, das aber sei der Stadt nach eingehender Prüfung dann doch ein Risiko zu viel gewesen, sagte Steinmetz.

Erfreulich sei, dass man den Kostenrahmen von 700.000 Euro eingehalten habe. 424.800 Euro gab das Land Hessen, den Rest muss die Stadt Felsberg bezahlen. Das sei immer noch sehr, sehr viel Geld, betonte Steinmetz. Die Stadt sei überfordert, alle Brücken im Stadtgebiet so zu sanieren, wie es sein müsste.

Besonderen Dank sagte Steinmetz dem Land, der Firma Fisseler aus Korbach, dem Kreis und den Stadtverordneten. Und auch Petrus bezog er in seinen Dank mit ein: Es gab kein Hochwasser, und man habe alles in weniger als sechs Monaten geschafft.

Karl-Heinz Rößler aus Lohre erinnerte sich daran, dass sich an dieser Stelle früher ein Holzsteg befand. Den habe die deutsche Wehrmacht 1945 kurz vor Kriegsende gesprengt, um die Amerikaner am Überqueren der Eder zu hindern. „Die rückten dann über die hundert Meter flussaufwärts gelegene Furt vor, die auch die Landwirte benutzten”, sagte der 72-Jährige. (m.s.)

Quelle: HNA

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