Hunderte von Schaulustigen beim Almabtrieb am Wochenende in der Kolonie

Lotte ist die Königin

Schmalzenbrote für alle: Sophi, Nina und Lara versorgten die Zuschauer beim Almabtrieb.

PHILIPPINENBURG/-THAL. Alpenländisches Brauchtum am Sonntagmittag in den kleinen Wolfhager Stadtteilen Philippinenburg und -thal. Dort veranstalteten die Helfenberg-Musikanten mit Unterstützung der beiden anderen örtlichen Vereine, der Tauziehgruppe sowie der Feuerwehr, den traditionellen Kolonisten-Almabtrieb.

Die Kühe des Landwirtehepaares Werner und Ingrid Döhne kehrten von den Sommerweiden am Fuße des Isthaberges zurück in den heimatlichen Stall. Hunderte von Schaulustigen aus Nah und Fern hatten sich zu diesem Spektakel an den Wegen durch die Felder bis zum Ortseingang eingefunden. Sie wurden für ihr Kommen nicht nur mit dem bunten Zug der Tiere, sondern auch mit herzhaftem Schmalzenbrot und einem Schluck hochprozentigen Obstwasser belohnt. Nachschlag inbegriffen. Bunter Rindvieh-Zug deshalb, weil einige Tiere mit großen Glocken um den Hals sowie Blütenkränzen geschmückt in ihr Winterquartier zogen. Sie wurden an der Dorfperipherie von den Hornbläsern des Wolfhager Kreisjagdvereins musikalisch begrüßt. Allen Artgenossen voran besonders herausgeputzt Kuh Lotte. Die war sich ihrer besonderen Stellung bewusst und zeigte dies auch mit Stolz und stoischer Ruhe. Mit etwa 17 Lebensjahren, für eine Kuh ein biblisches Alter, war das Rindvieh der Fleischrasse Charolais das älteste Tier der Herde. Dementsprechend wie schon in den zurückliegeden Jahren auch die Kranzkuh, das Leittier. Kenntlich durch eine Krone aus Grün und bunten Blüten.

Im Mai waren es 30

Insgesamt hatten Werner und Ingrid Döhne Mitte Mai 30 Charolais-Rinder aufgetrieben. Zurück in den Stall kehrten aber ein halbes Dutzend mehr. Denn auf der Sommerweide erblickten sechs Kälbchen das Licht der Welt. Die im Gegensatz zu Lotte oder dem vor zwei Jahren geborenen Oskar. keinen Namen erhielten. Ingrid Döhne: „Wenn ich die Tiere im Winterstall ständig mit Namen anspreche, sind sie für mich ein Teil unser großen bäuerlichen Familie. Werden sie verkauft, wir leben ja von der Viehzucht, dann würde mir das schon etwas wehtun. Wie momentan bei unseren jungen Laufenten, für die ich Ersatzmutter bin.“ Nach dem Viehabtrieb gab es auf dem Multifunktionsplatz Spiel und Spaß sowie Essen und Trinken für Jung und Alt. Höhepunkt dabei das Kuhlottospiel.

Erntedankfest

Begonnen hatte der Tag mit dem traditionellen Erntedankgottesdienst im Festzelt. Musikalisch mitgestaltet vom Isthaer Posaunenchor. (zih)

Quelle: HNA

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