Motorflugzeuge sollen auf Elektroantrieb umgerüstet werden

Luftsportvereinigung will zukünftig Solarstrom nutzen

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Inbetriebnahme der Solaranlage auf dem Hangardach: Es freuen sich (von links) Peter Blum, Mike Marquardt, Simon Pietsch und der Vorsitzende Thomas Altmann.

Wolfhagen. Der Slogan der Luftsportvereinigung Wolfhagen, „Der Sonne entgegen“, bezieht sich nicht nur auf den Spaß am Fliegen, sondern, so Vorsitzender Thomas Altmann, auch auf die Vision und das auf den Weg gebrachte langfristige Entwicklungskonzept.

Denn alle Motorflugzeuge der Luftsportvereinigung (LSV) sollen auf Elektroantrieb umgerüstet werden.

Die Energie dafür liefert die Sonne durch eine auf dem Dach des Hangars installierte und 13 600 Euro teure Photovoltaikanlage mit einer Leistung von sieben Kilowatt. Sie dient der Eigenversorgung als auch einer Einspeisung in das Stromnetz der Stadtwerke Wolfhagen. Thomas Altmann: „Mit unserem Vorhaben wollen wir langfristig das Fliegen ökologisch vertretbar und den Graner Berg zu einem „grünen Flugplatz“ machen.“ Mit der jetzt verfügbaren und frei zugänglichen Elektrotankstelle sollen zukünftig aber nicht nur die eigenen Elektroflugzeuge für eine durchschnittliche Reichweite von 500 Kilometern versorgt werden, sondern alle Fahrzeuge mit Elektromotoren können auf dem Graner Berg aufgetankt werden.

Spenden helfen weiter

Neben Eigenleistungen und zahlreichen Spenden (700 Euro Solarworld, 500/Raiffeisenbank Wolfhagen, 500/Energietechnik Marquardt, 250 Euro Büscher-Flugversand, 1000/eigene Modellbausparte, 2000/LSV-Mitglieder) investierte die LSV dafür 8000 Euro aus der Vereinskasse.

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Dieses berühmte Lied von Reinhard Mey wurde für die 120 Mitglieder der Luftsportvereinigung (LSV) Wolfhagen und alle Flugbegeisterten mit Beginn des Frühlings jetzt wieder zur Wahrheit. Denn die Maschinen starteten beim traditionellen Anfliegen in die Freiluftsaison wieder vom Fluggelände „der Sonne entgegen“. Die durch das Wolfhager Land geplante 70 Meter hohe Stromtrasse (wir berichteten) ist für die Wolfhager Flugsportler nur ein zweitrangiges Thema. Der Vorsitzende: „Erst bei einer Mastenhöhe von 100 Metern im Umkreis von 1,5 Kilometern von unserer Start- und Landepiste würden wir Probleme bekommen.“

Der Verein, der vor über 60 Jahren gegründet wurde, besitzt drei eigene Motor- und zwei Segelflugzeuge, mit denen auch Nichtmitglieder an den Wochenenden oder nach Absprache das Wolfhager Land aus der Vogelperspektive an der Seite eines Piloten erleben können.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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