Luise und Friedrich Römer feiern ihre Diamantene Hochzeit

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Jede Menge zusammen erlebt: Ihre Diamantene Hochzeit begehen Luise und Friedrich Römer aus Verna.

Verna. Vor 60 Jahren gaben sich Luise und Friedrich Römer das Ja-Wort. Da die beiden über mehrere Ecken miteinander verwandt sind, kannten sie sich von klein auf. Als ein gemeinsamer Cousin von ihnen heiratete, begann ihre Liebe zueinander.

Friedrich hatte am Vorabend mit seinen Burschenschaftsfreunden kräftig seinen Geburtstag gefeiert, da es der erste nach der Kriegsgefangenschaft war, den er in seiner Heimat feiern konnte. So war ihm beim Hochzeitsfest des Cousins eher nach ruhiger Unterhaltung zumute, und diese fand er bei Luise. Seitdem waren sie ein Paar. Vier Jahre später heirateten sie am 19. Juni 1954.

Während der gelernte Schreiner in den ersten Ehejahren noch im Steinbruch arbeitete, kümmerte sich Luise um ihre wachsende Kinderschar. Drei Töchter erblickten kurz nacheinander das Licht der Welt, die jüngste ließ sich mehr Zeit und vervollständigte die Familie 1965. "Da war mein Mann schon im Knast", erzählt Luise Römer mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn sich die Lebensstationen Steinbruch und Knast nach einer kriminellen Vita anhören, waren es bei Friedrich doch lediglich die Arbeitsverhältnisse, da er 1958 als Justizbeamter in Ziegenhain seinen Dienst antrat. Das Geld war zu Beginn der Ehe knapp, und so betrieb das Ehepaar zusätzlich eine Nebenerwerbslandwirtschaft. "Wir hatten Schweine und Kühe", erzählt der 86-Jährige.

"Die Kinder waren und sind immer für uns da, beim Helfen und beim Schlachten", freut sich Luise Römer. "Und beim Feiern", ergänzt ihr Mann. Die Kinder sorgten auch für ein ganz besonderes Erlebnis. Zum 70. Geburtstag des Vater schenkten sie ihm eine Reise nach Frankreich. Dort hatte Friedrich mehr als zwei Jahre als Kriegsgefangener auf einem Weingut gearbeitet.

Jetzt reiste die ganze Großfamilie mit Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln in die Nähe von Bordeaux, um gemeinsam die vielen Erzählungen des Ehemannes, Vaters, Schwiegervaters und Großvaters über diese Zeit mit eigenen Bildern zu füllen. "Sie haben mich damals gut behandelt, weil sie sahen, dass ich gut gearbeitet habe", erinnert sich Friedrich Römer. "Mit dem Essen sah es zwar mau aus, aber mein Kamerad und ich bekamen jeden Tag einen Liter Wein", erzählt er. "Diese Reise war das Schönste, was uns passieren konnte", schwärmt seine 79-jährige Frau. Und weil es so schön war, reisten sie ein halbes Jahr später noch einmal gemeinsam zu dem Weingut. Auf die Frage nach dem Geheimnis ihrer langen Ehe antwortet Friedrich Römer: "Wir haben immer zusammen gearbeitet, zusammen gehalten und gemeinsam etwas geschafft." Und Luise Römer ergänzt: "Und wir waren immer miteinander zufrieden."

Ihren Festtag am Donnerstag feiern Luise und Friedrich Römer mit ihren vier Töchtern, vier Schwiegersöhnen, zehn Enkeln, vier Urenkeln und einigen anderen Verwandten. Nach einem Gottesdienst laden sie 50 Gäste nach Lenderscheid zum Mittagessen ein.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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