Lucas hilft den Rettern bei der Herzmassage

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Bekommen professionelle Hilfe von Lucas 2: die Rettungsassistenten Stefan Werner (links) und Micha Hinn, die das Gerät beim Notfalltag am Wochenende vorstellten.

Philippinenburg. Es heißt Lucas 2, passt in einen Rucksack und kann im Ernstfall Leben retten. Das über einen Akku betriebene Thoraxkompressionssystem ist seit kurzem an Bord des Wolfhager Notarzteinsatzfahrzeuges.

Video von Automat Lucas

Dr. Matthias Hughes

Wie es funktioniert, erfuhren die rund 40 Teilnehmer des dritten Notfalltages am Samstag im Philippinenburger Dorfgemeinschaftshaus. Zum Einsatz kommt die mechanische Reanimationshilfe bei Patienten mit Herz-Atem-Stillstand. Sind die Basismaßnahmen abgearbeitet und der Notarzt vor Ort, wird von der manuellen auf die maschinelle Versorgung umgestellt. „Das geht ganz schnell“, sagt Stefan Werner vom ASB Bad Emstal. Im Nu hat er den Reißverschluss des blauen Rucksacks geöffnet und Lucas 2 neben einer Puppe platziert, die die Rolle des Patienten übernimmt. Vorsichtig schiebt er eine stabile Rückenplatte darunter, auf die das Gerät gesteckt wird. Dann noch den Stempel auf dem Brustkorb fixieren und die Lage kontrollieren, den Rest macht Lucas allein.

„Besonders die Gleichmäßigkeit des Drucks auf den Brustkorb und die Eindrucktiefe sind große Vorteile“, sagt der Rettungsassistent. „Die Maschine arbeitet konstant mit einer Frequenz von 102 Kompressionen pro Minute, was bei der manuellen Anwendung natürlich variieren kann.“ Ein Saugnapf sorge zudem dafür, dass der Brustkorb nicht nur zusammengedrückt, sondern auch auseinander gezogen wird. „Das Füllvolumen im Herzen ist dadurch verbessert, wir haben mehr Auswurfleistung und somit einen besseren Kreislauf beim Patienten.“

Pumpt selbstständig

Während die Reanimationshilfe selbstständig pumpt, können Notarzt und Rettungsassistenten weitere lebenswichtige Maßnahmen einleiten. Der Akku reicht 45 Minuten, zwei hat die Wolfhager Lebensrettungs-Crew an Bord, was im Fall der Fälle auch für eine Fahrt bis nach Kassel reicht.

Neben der Tatsache, dass Lucas 2 während einer Herz-Lungen-Wiederbelebung die Beförderung des Patienten in ein Haus der Maximalversorgung ermöglicht, sieht Dr. Matthias Hughes einen weiteren Vorteil: „Die Wiederbelebungsmaßnahmen können über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, ohne dass die Einsatzkräfte dabei erschöpft werden“, so der ärztliche Leiter des Notarztstandortes Wolfhagen. „Manuelle Wiederbelebung ist anstrengend und geht sehr auf den Rücken“, bestätigt Werner, der im kleinen Lebensretter aus dem Rucksack einen großen Gewinn für die notärztliche Versorgung im Wolfhager Land sieht.

Quelle: HNA

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