Unternehmer lassen bis Ende des Jahres im Hochland sechs Anlagen vergrößern

Sie machen mächtig Wind

Riesen Kran für riesen Windräder: Helmut Lompe (links) und Michael Rudewig stehen auf der Baustelle am Molkeberg. Foto: Schittelkopp

Gilserberg. Hoch hinaus wollen Helmut Lompe aus Borken und Michael Rudewig aus Mengsberg, die Unternehmer lassen derzeit die Windkraftanlagen im Hochland vergrößern. Am Molkeberg bestimmt die Großbaustelle das Bild, von den vier dort stehenden Windrädern werden drei „repowert“. Auch in Appenhain entstehen drei neue und größerer Anlagen.

„Wir sind Pioniere der ersten Stunde“, sagte Helmut Lompe. 1996 entstand in Appenhain bereits das erste Windrad. 26 Millionen Euro investieren die Betreiber in die sechs neuen Anlagen. Und die bekommen gigantische Ausmaße: 138 Meter werden die Windräder hoch, die zukünftig auf dem Molkeberg stehen. Die Rotorblätter haben einen Durchmesser von 82 Metern. Zum Vergleich: die alten Anlagen waren 100 Meter hoch.

Waren Lompe und Rudewig bisher noch einzelne Betreiber an der Windkraftparks im Hochland, haben sie sich nun zu Rudewig und Lompe Energie GmbH zusammengeschlossen. Insgesamt 71 Anlagen betreiben die beiden von der Nordseeküste bis hin nach Bayern.

40 Teilhaber

40 Gesellschafter sind in den Windparks beteiligt – 30 am Molkeberg und zehn in Appenhain. Auf 20 Jahre werden die Anlagen angelegt sein. Bis Ende des Jahres sollen die sechs Windräder im Hochland stehen. „Vier Jahre lange haben wir das Projekt geplant“, sagte Ingenieur Michael Rudewig. Dutzende Gutachten mussten erstellt werden: Ursprünglich sollten auf dem Molkeberg alle vier Windräder repowert werden, doch die Nähe zum Lebensraum des Rotmilans machte den Investoren einen Strich durch die Rechnung.

Doch bis sich die mächtigen Windräder drehen, werden noch einige Lastwagen durch das Hochland rollen. 55 Schwertransporter sind nötig, um alle Teile eines Windrades anzuliefern. Zuerst wird ein kreisförmiges Fundament für die Anlagen gegossen. 700 Kubikmeter Beton liefern dafür zwei Betonwerke aus der Region an. 40 Tonnen Betonstahl sorgen für die notwendige Festigkeit. Lompe und Rudewig setzen auf regionale Firmen bei den Bauarbeiten. Eine Sicherheitsfirma wacht, dass keine Neugierigen auf die Baustelle kommen.

Danach setzt das Unternehmen Enercon die Windkraftanlagen aus einzelnen Ringen zusammen. Dafür wurde eine Spezialkran aus der Nähe von Paderborn angefordert, übliche Kräne erreichen nicht die nötige Höhe. Die alten Gilserberger Windräder werden übrigens nicht verschrottet, sondern nach Polen verkauft und dort wieder aufgebaut.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare