Dieter Hooß putzt Milchvieh für Schönheitswettbewerbe und Auktionen zurecht

Er macht die Kühe schön

Bei der Arbeit: Das sorgfältige Scheren des Rückenhaares ist besonders wichtig. Fotos: privat

Loshausen. Der Loshäuser Dieter Hooß hat einen ungewöhnlichen Zweitberuf: Er ist Kuhfitter und macht Kühe für Schönheitswettbewerbe und Auktionen schön.

Auf die Idee dazu kam er während seines Studiums der Agrarwissenschaften in Göttingen. In dieser Zeit machte er ein Praktikum bei einem großen Rinderzuchtbetrieb in Amerika. Dort sah er, wie die Rinder „fit“ gemacht, also gewaschen und geschoren wurden, um sie anschließend auf Auktionen und Schönheitswettbewerben zu präsentieren. Dort müssen die Kühe gut aussehen. Denn wenn eine Kuh einen Preis gewinnt, lässt sie sich danach teurer verkaufen.

Als er zurück nach Deutschland kam, beschloss Dieter Hooß, der mittlerweile in Niedenstein lebt, als Kuhfitter tätig zu werden und leistete echte Pionierarbeit.

Heute fährt der hauptberufliche Versicherungsfachmann, der in einem weiteren Nebenjob die Bauern bei der Rinderzucht berät, besonders in den Wintermonaten auf Messen, um dort für das richtige Aussehen der Kühe seiner Kunden zu sorgen. Besonders wichtig sei dabei ein schöner Rücken der Kuh. „Die Topline muss möglichst gerade sein“ sagt er. Deshalb wird sie sorgfältig geschnitten und die Haare mit Haarspray in der richtigen Stellung fixiert.

Auch die Euter werden von Haaren befreit, damit man die Adern gut sieht, denn ihre Anzahl gibt einen Hinweis darauf, wieviel Milch die Kuh geben kann. Je mehr Adern eine Kuh am Euter hat, umso wertvoller macht sie das.

Um die Kühe optimal für die Vorführungen vorzubereiten, sind mehrere Durchgänge nötig. Dabei wird die Kuh mehrmals gewaschen und geschoren. Aufgabe des Kuhfitters sei es, die Stärken der Kuh zu betonen und die Schwächen so gut es geht zu retuschieren, erklärt Dieter Hooß. Da ein solches Fitting aufwändig ist und über drei Stunden dauert, arbeitet der Loshäuser mittlerweile im Team.

Die Kühe selbst reagieren ganz unterschiedlich auf die Behandlung: Es gebe die Hypernervösen, denen es gar nicht gefällt und die ganz Gelassenen, die sogar von selbst kommen und die am liebsten gar nicht mehr wegwollen, erzählt Hooß.

„Ohne Kühe fehlt mir was.“

dieter hooß

Die Interaktion mit der Kuh fasziniert den 51-jährigen Dieter Hooß am meisten an der Tätigkeit, die er jetzt seit mittlerweile 25 Jahren ausübt. Denn die Kühe teilen einem mit, was sie mögen und was sie nicht mögen. Sie sind ein fester Bestandteil seines Lebens geworden. Das wird ihm stets in der Zeit bewusst, in der er keine Kühe „fittet“. „Ohne Kühe fehlt mir was“ sagt er. KINOTIPP

Von Timo Lange

Quelle: HNA

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