Literarisch-musikalische Selbstbetrachtung und Lesung von Dr. Burkhard Engel in Ehlen

Männer sind nicht eitel – oder doch?

Locker und keck: Dr. Burkhard Engel klärte in Ehlen sein Publikum über typisch Männliches auf. Foto: Hoffmann

Ehlen. Männer sind Kümmerer. Sie sind ordentlich und überhaupt nicht eitel. Das wusste schon Kurt Tucholsky. Dessen Text „Frauen sind eitel, Männer? Nie!“ ist nur einer von vielen, die Dr. Burkhard Engel jetzt im Ehlener Dorfgemeinschaftshaus voller Ironie geschickt zu einer heiteren, literarisch-musikalischen Selbstbetrachtung verwebt.

Nur er und seine Gitarre. Das reicht, um den kleinen Saal auszufüllen. Mit bemerkenswerter Leichtfüßigkeit lädt der in Frankfurt geborene Gründer des Cantaton-Theaters sein Publikum ein, die wesentlichen Stationen eines typischen Männerlebens gemeinsam mit ihm zu hinterleuchten. „Ähnlichkeiten mit ihnen bekannten Männern sind rein zufällig“, merkt er gleich zu Beginn an. So erzählt er den Lebenslauf einer erdachten Biografie, zwischen Jugendliebe und Fußballwahn, Alkohol und Aktenmappe, Vereinsvorsitz und Alterswehmut.

Seine Texte stammen aus der Feder 13 männlicher Schriftsteller, von Joachim Ringelnatz bis Heinrich Heine, von Erich Kästner bis Wilhelm Busch. Zu einem Gesamtbild verschmolzen, machen die Geschichten einfach Spaß. Insbesondere die locker-kecke Art, mit der Engel sein Publikum in die Welt der menschlich-männlichen Schwächen zieht. Da kommt es vor, dass der ein oder andere Gast gedanklich das Dorfgemeinschaftshaus verlässt und sich selbst vor einem dreiteiligen Spiegel irgendwo in irgendeinem Hotel sieht. Seinen Körper stolz musternd, einer vermeintlichen Dame am Fenster gegenüber präsentierend, die sich schließlich als Kleiderständer mit Mantel darüber entpuppt. So, wie es Tucholsky einst schrieb.

Man kommt ins Grübeln. Sind Männer nicht doch ein wenig eitel? Nein, Männer sind nicht eitel, das weiß Engel ganz genau, bringt es bestimmt auf den Punkt und holt einen zurück zur Ehlener Lesung, die noch zahlreiche Möglichkeiten bietet für kleine Ausflüge mit dem Ziel Selbstreflexion.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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