Komplettes Haus: Zuschuss der Kreissparkasse Schwalm-Eder macht Ausbau möglich

Mit märchenhaftem Ende

Spaß an Märchen: (von links) Hans-Willi und Gudrun Grünberg sowie Kreissparkassen-Marktleiter Dirk Siemon und Bürgermeister Klemens Olbrich vor dem Märchenhaus, das um die rechte Hälfte erweitert wird. Foto: Köcher

Neukirchen. Ein märchenhaftes Ende hat die Debatte um die zweite Hälfte des Märchenhauses am Marktplatz in Neukirchen genommen: Nachdem das Stadtparlament im Dezember dem Kauf der Haushälfte offiziell zugestimmt hatte, wurde gestern auch der finanzielle Grundstock für den Umbau gelegt: Aus Mitteln der Kulturstiftung der Kreissparkasse Schwalm-Eder übergab Dirk Siemon, Leiter der Marktdirektion, einen Scheck über 10 000 Euro an das Ehepaar Grünberg.

Gudrun und Hans-Willi Grünberg, die das Märchenhaus vor zehn Jahren begründeten, hatten sich über Monate für den Kauf der zweiten Haushälfte stark gemacht.

Seit anderthalb Jahren war diese unbewohnt. Zuletzt hatte die Eigentümer-Familie einem Kaufpreis von 20 000 Euro zugestimmt. Die Hälfte der Summe steuert nun die Kreissparkasse bei, die andere übernimmt die Stadt als neue Eigentümerin.

„Das Märchenhaus ist ein touristisches Flaggschiff im Rotkäppchenland.“

Bürgermeister klemens Olbrich

Bereits am 1. Februar ist der entsprechende Vertrag unterzeichnet worden, erklärte Klemens Olbrich. „Bis dahin hat es lange gedauert“, sagte der Bürgermeister.

Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung hatten hohe Sanierungskosten für die Zukunft befürchtet. Daraufhin gab es mehrere Besichtigungen – unter anderem mit einem Architekten, der Sanierungskosten von 25 000 Euro kalkulierte. Dabei wurde positiv festgestellt, dass das Dach und die Fenster fast neuwertig sind. „Zuletzt lief die Feuerwehr im November in dem Haus hoch und runter“, berichtete Olbrich. Denn für einen besseren Brandschutz soll über das Treppenhaus ein zweiter Rettungsweg eingerichtet werden.

Außerdem will sich der Kirchenvorstand an dem Bau einer Toilette in der zweiten Haushälfte für die Besucher der benachbarten Nikolaikirche beteiligen. Vor allem aber soll auch das Büro des Stadtmarketing-Vereines Pro Neukirchen von der Kurhessenstraße in das Gebäude umziehen – und damit die Miete am bisherigen Standort entfallen.

Gudrun und Hans-Willi Grünberg freuen sich jedenfalls schon auf den Durchbruch der Wände, die die beiden Haushälften noch trennen. Unter anderem soll so der Erzählraum im Obergeschoss vergrößert werden.

Der Hammer liegt schon bereit“, sagte Gudrun Grünberg, die mit ihrem Ehemann selbst Hand anlegen will und bereits beim Sanieren anderer Fachwerkhäuser viel Erfahrung gesammelt hat.

Mit dem Verein Pro Neukirchen im Haus seien außerdem erweiterte Öffnungszeiten möglich, meinte die Märchenexpertin, „und das in einem Haus, das viel Charme hat.“ Ähnlich beurteilten das Klemens Olbrich und Dirk Siemon. Das Märchenhaus sei ein touristisches Flaggschiff im Rotkäppchenland, befand der Bürgermeister. Und der Marktleiter lobte an die Adresse der Grünbergs: „Ihr Haus ist ein kultureller Höhepunkt.“ IDEEN FÜR DIE ZUKUNFT

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

Kommentare