Historische Grenzmarkierung wurde zwischen Guxhagen und Dörnhagen gesetzt

Märkerstein kehrt zurück

Rückkehr an den Ursprungsort: Der historische Märkerstein ist wieder da. In einem historischen Spiel wurde der damalige landgräfliche Kontrakt von Rentschreiber Heinrich Enders alias Rainer Gerlach (Dritter von links) verlesen und den historischen Gemeindevorständen (von links) Diethard Langemann, Grebe zu Dornhain (Dieter Lengemann, Bürgermeister Fuldabrück), Ewald Slowisch, Grebe zu Guckshain (Edgar Slawik, Bürgermeister Guxhagen) sowie Klaas-Hinrich Dingel, Grebe zu Griffta (Klaus Dickel, Beigeordneter Edermünde) zur Unterschrift vorgelegt. Foto: Büntig/nh

Guxhagen. Ein Waldstück war vor 450 Jahren für alle umliegenden Gemeinden so interessant, dass die Nutzung zu jahrelangen Streitigkeiten führte. Guckshain (Guxhagen), Dornhain (Dörnhagen), und Griffta (Grifte) nutzten das Casselbusch genannte Wäldchen an ihren Gemeindegrenzen zur Holzgewinnung und Viehmast. 1564 regelte ein Schlichtungsvertrag die Nutzungsrechte, die mit Grenzsteinen markiert wurden.

Bis vor 30 Jahren war der Märkerstein, von dem aus die weiteren Grenzsteine gesetzt wurden, an ursprünglicher Stelle zwischen Dörnhagen und Guxhagen unscheinbar am Feldrand erhalten.

Um ihn vor Vandalismus zu schützen, sicherte ihn zwischenzeitlich das Regionalmuseum Fritzlar. Auf Betreiben des Fuldabrücker Heimat- und Geschichtsvereins sowie des Hessisch-Waldeckschen Gebirgs-und Heimatvereins Guntershausen/Guxhagen gelangte er nun mit Unterstützung beider Gemeinden als Dauerleihgabe an seinen Ursprungsort dicht an der Gemarkungs- und Landkreisgrenze zurück.

Grenzmal ist ein Kleinod

„Ein derartiges Grenzmal ist für die Region ein historisches Kleinod“, sagt Rolf Mell, Vorsitzender des Geschichtsvereins Fuldabrück, dessen Mitglieder mit umfangreichen Recherchen dafür sorgten, dass die Geschichte des Steins der Nachwelt erhalten bleibt.

Um dem Stein die angemessene Bedeutung zu verleihen, luden die Vereine und Gemeinden zu einer besonderen Veranstaltung ein. Nach einer Sternwanderung trafen sich 200 Menschen aus Fuldabrück, Guxhagen, Baunatal und Edermünde unweit des Bahnübergangs der Strecke nach Guxhagen, am alten und neuen Standort des Steins.

Rolf Mell weihte die Besucher in die Geschichte ein und erläuterte die Inschriften, die bis heute gut erkennbar sind. Umrahmt durch Beiträge der Jagdhornbläser Guxhagen und des Männergesangvereins Dörnhagen fand die Veranstaltung in einem historischen Schauspiel seinen Höhepunkt: Der damalige landgräfliche Kontrakt wurde verlesen und den authentisch kostümierten Gemeindevorständen zur Unterschrift vorgelegt.

Den erfolgreichen Abschluss besiegelten die Beteiligten mit einem edlen Tropfen und gaben damit den Auftakt zu einem volksfestähnlichen Beisammensein bei Getränken, Bratwurst, Kaffee und Kuchen.

Der Märkerstein lädt an einem gepflasterten Platz, neben Informationstafel und Bank zur Rast ein, die sicherlich Spaziergänger und Radfahrer auch in den kommenden Jahren nutzen werden.

Gemäß den früheren Gepflogenheiten bei wichtigen Grenzsteinsetzungen planen die Veranstalter in Kürze einen „geheimen Zeugen“ in unmittelbarer Nähe zum Stein im Erdreich zu versenken. Die versiegelte Röhre enthält eine Urkunde zur Wiedererrichtung und diesen Pressetext. (nh) HINTERGRUND

Von Sabine Büntig

Quelle: HNA

Kommentare