Am Ofenberg errichtete der Bund der Vertriebenen eine Gedenkstätte - Erinnerung an die Opfer

Mahnmal in der neuen Heimat

Drei Kreuze: Am Waldrand in Verlängerung der Ofenbergstraße wurde die Gedenkstätte im Jahr 1955 vom Bund der Vertriebenen errichtet. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Letzte Station des Eco-Pfades Kulturgeschichte Wolfhagen ist die Gedenkstätte der Vertriebenen am Ofenberg, direkt am Waldrand mit einem weiten Blick Richtung Westen.

Der Bund der Vertriebenen errichtete diese Gedenkstätte im Jahr 1955. Sie erinnert an die verlorene Heimat und an die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation. Das Mahnmal besteht aus drei Steinkreuzen und zwölf Steinen mit Metalltafeln, auf denen die Heimatländer der Vertriebenen zu lesen sind.

In Folge des verlorenen Krieges wurden rund 15 Millionen Deutsche - unter anderem aus Ost- und Westpreußen, Schlesien, Pommern und dem Sudentenland - aus ihrer Heimat vertrieben. Über Nacht mussten sie das Nötigste packen und Haus und Hof aufgeben.

Belastende Situation

Die Vertriebenen fanden überwiegend in den westdeutschen Ländern Aufnahme. Da in den Ortschaften meist keine leerstehenden Häuser zur Verfügung standen, mussten sie zunächst in bestehenden Haushalten untergebracht werden. Eine belastende Situation für alle Beteiligten.

Welchen Einfluss die Heimatvertriebenen auf die Bevölkerungsentwicklung der Kommunen hatten, zeigt das Beispiel Wolfhagen: Am 1. Januar 1939 waren 3481 Einwohner registriert, am 1. Januar 1951 waren es 5556 Personen. Darunter befanden sich 2309 Flüchtlinge, Evakuierte und Ausländer.

Vor den Vertriebenen fanden schon Evakuierte in Wolfhagen eine neue Heimat: Bei den Bombardierungen Kassels verloren viele Familien ihre Wohnung und wurden im Umland angesiedelt. In Wolfhagen errichtete die Stadtverwaltung in kurzer Zeit zwölf Holzbaracken mit 24 Wohnungen als Notunterkünfte.

Aus für Notquartiere

Nach dem Krieg setzte angesichts des enormen Wohnungsbedarfs auch in Wolfhagen eine rege Bautätigkeit ein. Zwischen 1946 und 1956 entstanden im Stadtgebiet 200 neue Wohnhäuser mit 383 Wohnungen. Gebaut wurde auch am Ofenberg, wo die Notquartiere festen Häusern wichen.

Förderprogramme halfen, dass sich die Heimatvertriebenen eine neue Existenz aufbauen konnten und erleichterten den Prozess der Integration. (nom)

Quelle: HNA

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