Neuenbrunslarer wollen Ehrenmal sanieren – und sammeln dafür Spenden

Mahnung gegen den Krieg

Das Ehrenmal bröckelt: von links Bernhard Leese, Heinz Winzenburg und Heiko Fenzl mit einem Modell, das die geplante Überdachung zeigt. Foto: Féaux de Lacroix

Neuenbrunslar. 24 Männer aus Neuenbrunslar sind im Ersten Weltkrieg gefallen. An sie erinnert bis heute ein Ehrenmal vor der Neuenbrunslarer Kirche – doch der Gedenkstein verfällt zusehends. Jetzt, 100 Jahre nach dem Ausbruch dieses Kriegs, setzen sich Mitglieder des Historischen Archivs Brunslar und des Gemischten Chors 1905 Neuenbrunslar für den Erhalt des Ehrenmals ein. Sie sammeln Spenden für die Sanierung.

„Es ist uns wichtig, dass wir das dieses Jahr noch schaffen“, sagt Heiko Fenzl vom Historischen Archiv – gerade, weil sich der Kriegsbeginn jetzt zum 100. Mal jährt. Zum Volkstrauertag am 16. November möchten er und seine Mitstreiter das restaurierte Denkmal der Öffentlichkeit übergeben. Dafür brauchen sie jedoch die Unterstützung der Bevölkerung – denn die Stadt habe kein Geld, um die Sanierung zu finanzieren, erklärt Bernhard Leese vom Historischen Archiv.

10 000 Euro sind nötig

Knapp 10 000 Euro werden schätzungsweise benötigt. Denn das Ehrenmal soll nicht nur restauriert werden, sondern auch ein Schutzdach erhalten, damit der empfindliche Sandstein nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt ist. „Sonst müsste man in 30 Jahren schon wieder anfangen zu renovieren“, erklärt Fenzl und zeigt auf den Rand des Gedenksteins: Dort ist ein langer Riss zu sehen, die oberste Schicht löst sich ab – der Regen hat im Laufe der Jahre seine Spuren hinterlassen.

In Abstimmung mit dem Denkmalschutz hat der Felsberger Architekt Manfred Quehl einen Entwurf für das Schutzdach erarbeitet: eine Stahlrahmenkonstruktion mit eingehängter Glasfläche soll weiterhin den freien Blick auf die angrenzende Kirche ermöglichen und zugleich das Ehrenmal schützen. Wer das Schutzdach baut, steht noch nicht fest. Zunächst müsse der Kirchenvorstand noch seine Zustimmung zu dem Entwurf geben, sagt Fenzl. Um die Restaurierung des Steins wird sich Andreas Kurnatowski kümmern.

Das Dach dient nicht nur zum Schutz, sondern soll auch den Blick auf das Ehrenmal lenken, das derzeit etwas verloren neben der riesigen Kirche steht. „Ich denke, dass das Dach die Neugier der Menschen wecken wird“, sagt Leese. Das Ehrenmal stand nicht immer so einsam auf dem Hügel über dem Dorf: es ist lediglich das letzte Überbleibsel eines Friedhofs, der früher neben der Kirche lag. Außerdem war es damals noch von einem Zaun umgeben. „Mit dem Dach wollen wir ein Stück von dieser ursprünglichen Wirkung wiederherstellen“, sagt Heinz Winzenburg vom Gemischten Chor.

Auch wenn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 100 Jahre zurückliegt – die Erinnerung an die Kriegsopfer wachzuhalten, sei auch heute noch wichtig. „Wir haben aktuell noch so viele Kriege in der Welt“, sagt Heiko Fenzl“, und Heinz Winzenburg ergänzt: „Das soll eine Mahnung sein, dass so etwas nie wieder passiert.“ WEITERER ARTIKEL

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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