In Zennern wurde traditionell und mit vielen Gästen in den Wonnemonat gefeiert

Der Maibaum steht wieder

Sie mussten ran: Die Feuerwehrleute aus Zennen hatten alle Hände voll damit zu tun, den knapp 20 Meter langen Maibaum aufzustellen. Foto:  Zerhau

Zennern. Seit 19 Jahren lädt die Freiwillige Feuerwehr aus dem Waberner Ortsteil Zennern zu ihrem Maibaumfest ein. In geselliger Runde wurde auch am Dienstag wieder bei Musik, deftigem Essen und Getränken der Maibaum aufgestellt.

Bereits am Samstag wurde eine Fichte von 19,80 Meter Länge gefällt, geschält und für das Aufstellen vorbereitet, sagt Kristian Ewald von der Feuerwehr. „Bald könnten uns die hohen Bäume ausgehen“, sagte Ewald. Grund dafür: Im Zennerschen Wäldchen sehe es mit Fichten im Gardemaß von über 20 Metern sehr schlecht aus. Doch für ein paar Jahre reiche der Vorrat noch. So lange werden auch wieder die Waldinteressenten aus Zennern die Bäume für das Maibaumfest spendieren, so wie sie es bisher auch gemacht haben. Dafür sei die Wehr sehr dankbar.

Ehe der Maibaum nach alter Tradition mit Stangen, Seilen und viel Muskelkraft auf dem Platz zwischen Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt wurde, stimmte der gemischte Chor aus Zennern die vielen Besucher musikalisch auf den Wonnemonat ein. Vor dem Aufstellen wurden die Zunftschilder und der Kranz am Baum befestigt.

Neben zahlreichen Menschen aus Zennern, waren auch wieder viele Gäste aus der Region zu dem Spektakel gekommen. So nutzten viele Rad- und Wandergruppen, die auf dem Radwanderweg zwischen Edersee und Felsberg unterwegs waren, das Maibaumfest zu einer ausgedehnten Rast.

Das Maibaumfest ist in Deutschland und angrenzenden Ländern ein lang gepflegter Brauch. Manchmal wird der Baum bereits am Vorabend zum 1. Mai aufgestellt und beginnt mit dem klassischen Tanz in den Mai. In Bayern werden die Stämme zum Beispiel zusätzlich mit weiß-blauen Bändern umwickelt.

Ungeklärt sind bisher die Ursprünge des Maibaumbrauchtums. Die Wikinger hatten in der Nacht zum 1. Mai einen Thorsbaum aufgestellt und im 3. Jahrhundert wurde in der Eifel ein christlicher Pfingstbaum aufgerichtet. In seiner heutigen Form mit grüner Spitze und Kranz verziert ist der Maibaum seit dem 16. Jahrhundert bekannt. (zzp)

Quelle: HNA

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