Verdoppelung seit 1980

Der Mais ist weiter auf dem Vormarsch

Schwalm-Eder. In Mexiko ist er seit Jahrtausenden fester Bestandteil der Küche, im Schwalm-Eder-Kreis bedeckt der Mais inzwischen sieben Prozent der Ackerfläche. Aus Sicht des Kreisbauernverbands ist das eine eher geringe Fläche - die aber deutlich angewachsen ist.

Denn der größte Teil (66,5 Prozent) der Felder im Landkreis ist mit Getreide bestellt. Dennoch könne man im Landkreis, ausgehend von 1980 bis heute, von einer Verdoppelung der Anbaufläche ausgehen, erklärte Stefan Strube vom Kreisbauernverband auf Anfrage der HNA.

In diesem Zusammenhang sei zu berücksichtigen, dass wegen der großen Frostschäden des vergangenen Winters und der damit verbundenen Knappheit des Saatgutes von Sommergerste und -weizen der Maisanbau für die Landwirte zum Teil als einzige Alternative in Betracht in Betracht kam.

Zwar können Maiskörner zur Bioethanolherstellung verwendet werden, dennoch ist Frage Tank oder Teller nach Angaben des Kreisbauernverbands hier in der Region nicht relevant. Im Schwalm-Eder-Kreis werden aktuell 18 Biogasanlagen überwiegend mit Mais versorgt. Zwei der größten in Hessen, mit ähnlichem Leistungspotenzial, stehen in Willingshausen-Ransbach und Homberg.

Landkreis über Hessen-Schnitt

Zwar wird laut Kreisbauernverband der hiesige Maisanbau auch als eiweiß- und energiereiches Winterfutter in der Rindviehhaltung genutzt. Dennoch liegt der Landkreis über dem hessenweiten Durchschnitt: Ungefähr die Hälfte des angebauten Mais wandert in die Biogasanlagen, landesweit sind das gerade mal 35 Prozent,

Ähnlich effizient wie mit Mais geht es allerdings kaum: Pro Hektar Mais können 4600 Kubikmeter Methangas produziert werden. Strube: „Alternative Energiepflanzen wie zum Beispiel Grünroggen hätten einen weitaus höheren Flächenverbrauch zur Folge.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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