Hufschmiedin Maja Weigand: Sie kennt sich aus mit Pferdebeinen

Niederelsungen. Dichter Rauch steigt auf, und es riecht nach Verbranntem. Dampf vernebelt die Sicht auf die Hufe. Maja Weigand presst vorsichtig das sehr warme Eisen auf die Hufe von Avalon. Der Friesen Wallach lässt die Prozedur geduldig über sich ergehen.

Maja Weigand übt seit 18 Jahren einen sehr alten Beruf aus: Sie ist staatlich geprüfte und anerkannte Hufbeschlagsschmiedin und kennt sich bestens mit Pferden und ihren vier Beinen aus.

„Das Besondere an dem Beruf der Hufschmiedin ist das Zusammensein mit den Pferden, mit den Menschen und die Arbeit im Freien“, betont Maja Weigand. Aber auch die handwerkliche Tätigkeit begeistere die 40-Jährige. Bereits als kleines Mädchen verbrachte sie viel Zeit mit den Vierbeinern und entschloss mit 14 Jahren, Hufschmiedin zu werden.

Lernte zunächst Metallbau

„Damals musste man zuvor eine Metallausbildung machen“, sagt die 40-Jährige. Und so lernte Maja Weigand zunächst Metallbau und machte anschließend die eigentlich angestrebte Ausbildung bei einem Hufschmied in Bad Emstal-Sand. Die Kombination der beiden Ausbildungen sei sehr wichtig, betont Maja Weigand. „Es ist ganz gut, wenn man das Handwerk zunächst am toten Material lernt, weil die Verantwortung am Pferd sehr groß ist.“ Wenn man Fehler mache, leide das Pferd darunter.

Für den Beruf der Hufschmiedin brauche man vor allen sehr gute Kenntnisse über die Anatomie und Biomechanik des Pferdes, betont die Hufschmiedin. „Jeder Raspelstrich, den ich ausführe, hat einen Einfluss auf das Pferd - sowohl positiv als auch negativ.“ Auch die unterschiedlichen Nutzungen der Pferde seien wichtig. „Die Menschen nutzen die Pferde für den Sport oder in der Freizeit“, sagt die Hufschmiedin. „Da ist es wichtig zu wissen, wie man das Pferd zur Gesunderhaltung unterstützt.“

Früher waren Pferde lebenswichtig, da sie mit den Menschen gearbeitet haben oder mit in den Krieg gezogen sind. Das habe sich verändert. „Pferde sind heute nicht lebensnotwendig und eher zu Familienmitgliedern geworden“, betont Maja Weigand.

Ihr Beruf umfasst wesentlich mehr als die bloße Arbeit am Pferdehuf. „Ich muss alles machen, von der Terminplanung über die Lageristik und Kundebetreuung bis hin zu Fortbildungen, um weiterhin gute Arbeit zu machen, immer weiter zu lernen und mehr zu verstehen.“ Aber die Arbeit macht ihr sehr großen Spaß. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich als Hufschmiedin noch viele Jahre arbeiten kann.“

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Uminski, Johanna

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