Mit eigenem Stil

Maler Karl-Georg Wehrhahn hält das Leben in Bildern fest

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Ein Leben für die Malerei: Karl-Georg Wehrhahn gibt sich nun auch im evangelischen Altenheim in Zierenberg seiner Leidenschaft hin.

Zierenberg. An manchen Tagen hat er nur eins im Kopf: Malen. Dann dreht sich für Karl-Georg Wehrhahn alles um die Staffelei in der Ecke seines gemütlichen Zimmers im evangelischen Altenheim in Zierenberg, an der er sich voll und ganz der Welt der Farben hingibt.

„Mein Schulleiter war so angetan von meiner Malerei, dass er mir Unterricht gab.“

Unzählige Pinsel und Farbtöpfchen stehen um ihn herum, wenn er mit feinem Strich Landschaften, berühmte Bauwerke und manchmal auch Menschen auf die Leinwand bringt. Bei der Wahl seiner Motive schöpft er aus seinem reichen Erfahrungsschatz, den das Leben dem 82-Jährigen geschenkt hat. Schon früh sei sein Talent entdeckt worden, erzählt der in Duisburg geborene Künstler.

„Mein Schulleiter war so angetan von meiner Malerei, dass er mir Unterricht gab.“ Die Kunst sollte fortan immer eine große Rolle in seinem Leben spielen, am liebsten hätte er seine Berufung auch zum Beruf gemacht, wäre da nicht sein strenger Vater gewesen. „Er war strikt dagegen, für ihn war es nicht mehr als eine brotlose Kunst“, erinnert sich Wehrhahn, der schließlich eine kaufmännische Ausbildung absolvierte.

Die Malerei vernachlässigte er während seiner Berufsjahre dennoch nie, sie zog sich wie ein roter Faden durch seine kaufmännische Schaffenszeit. Seine ersten Ausstellungen fanden zwischen 1968 und 1972 statt, als er in Aachen das Porträtieren erlernte. Auf Dauer ließen sich die Feierabend- und Freizeitschulungen jedoch nicht mit seinem Berufsweg vereinbaren, sodass zwischen 1974 und 1986 nur wenige neue Werke entstanden sind.

Nach einer langen Krankheit, die ihn 1986 zum Ausscheiden aus dem Berufsleben zwang, wurzelte eine weitere künstlerische Phase. „Ich drang nun langsam zu meinem eigenen Stil vor“, sagt Wehrhahn, der sich Ende der 80er Jahre in Volkmarsen niederließ. Hier sei er seinem künstlerischen Selbst immer näher gekommen, ohne an bestimmte Vorbilder anzuknüpfen. Völlig unbefangen habe er versucht, den Natureindruck mit seinen malerischen Mitteln festzuhalten.

Das scheint ihm gelungen zu sein, ausgereift in der Stilistik waren und sind seine Werke nämlich seitdem weit über Deutschlands Grenzen hinaus gefragt. Sie dekorieren die Wände zahlreicher Landes- und Städteverwaltungen, Ministerien und Hotels, kürzlich auch die des Rathauses seiner neuen Heimat Zierenberg.

Motive des Warmestädtchens aber fehlten, „ich leben ja erst seit ein paar Monaten hier“, so Wehrhahn. Das soll sich aber schon bald ändern, wenn er wieder die Staffelei in seinem gemütlichen Zimmer aufstellt und vielleicht das ein oder andere Fachwerkhaus der Zierenberger Altstadt auf die Leinwand bringt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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