Ziel: Kosten sparen

Malsfelder Bahnhof könnte in die Ortsmitte umziehen

Malsfeld. Es ist eine ungewöhnliche Idee, die Herbert Vaupel da hat: Der Malsfelder Bürgermeister will prüfen lassen, ob der Bahnhof vom Ortsrand in die Ortsmitte verlegt werden kann. Am Donnerstagabend sollen die Gemeindevertreter darüber beraten.

Grund für die Überlegung ist der hohe Kostenaufwand, mit dem Bahn und Bund das jetzige Bahnhofsgelände 2017 auf Vordermann bringen wollen. 2,2 Millionen Euro sind veranschlagt, um die Bahnsteiganlage zu renovieren - inklusive Wetterwartehäuschen, modernisiertem Treppenzugang und Pflasterarbeiten.

Gleichzeitig, so der bisherige Plan, muss dann aber auch die Gemeinde aktiv werden: Sie soll den Vorplatz in Ordnung bringen und dafür sorgen, dass der Zugang barrierefrei wird. Bislang führt nur eine finstere feuchte Unterführung zu den Gleisen, die für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ein unüberwindbares Hindernis darstellt. Die Bahn wird allerdings kein Geld in die Hand nehmen, um einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Dafür sei die Zahl der Fahrgäste einfach zu gering, heißt es.

Die Gemeinde Malsfeld aber müsste tief in die Tasche greifen, um Rampen oder Aufzüge zu installieren. Die beliefen sich, je nach Variante, auf Beträge zwischen 190 000 und 435 000 Euro. Für einen Aufzug fielen zudem jährliche Wartungskosten von 20 000 Euro an.

„Das sind doch alles irrsinnige Summen“, sagt Vaupel. Er schlägt stattdessen vor, nicht den etwa alten Bahnhof zu sanieren, sondern gleich einen neuen zu bauen. An den Gleisen hinter Edeka-Markt und Firma Linss, sagt Vaupel, könnte eine ganz neue Bahnsteiganlage entstehen. Deren Vorteile: sie wäre komplett neu. Sie wäre barrierefrei. Und sie befände sich dann mitten im Dorf und nicht etwa abgelegen am Ortsrand. Die Kosten für den Neubau, schätzt Vaupel, würden sich auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Hinzu kämen aber noch die Rückbaukosten für den alten Bahnhof. Die Unterführung müsste dicht gemacht, die Gleise gesichert werden. Eine halbe Million Euro soll das kosten.

Das klingt alles nach viel Geld - aber diese Investition sei gerechtfertigt, sagt Vaupel. Malsfeld sei durch die stündlich verkehrende Cantus-Bahn direkt mit Kassel verbunden, das sei ein Standortvorteil, den es zu nutzen gelte. Eine barrierefreie, moderne Zustiegsmöglichkeit sei in Zeiten des Einwohnerschwunds ein gutes Argument für Neuansiedler. Vaupel hofft, dass das Parlament grünes Licht für die Machbarkeitsstudie gibt. „Ich würde es mir zum Vorwurf machen, wenn wir das alles nicht wenigstens prüfen würden.“

Die Sitzung der Gemeindevertreter ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr im Malsfelder Rathaus.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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