Vogelschutzbeauftragter hofft auf Nachwuchs

Malsfelder Storch wartet auf seine Partnerin

Nahrungssuche im Naturschutzgebiet: Bei Malsfeld wurde ein einsamer Storch entdeckt. In seinem Horst (kleines Bild) wartet das Storchmännchen nun auf seine Partnerin. Fotos: Leissa/Jörg Döringer/nh

Malsfeld. Noch überschaut ein Weißstorch ganz alleine das Naturschutzgebiet bei Malsfeld. Doch bald gesellt sich seine Partnerin dazu - denn schließlich hat die Brutzeit schon begonnen.

Das hofft jedenfalls der Vogelschutzbeauftragte der Großgemeinde Hans Dieter Brassel. Seit mindestens fünf Jahren schon kommt das Storchenpaar zum Horst direkt an der Fulda. Das im Tal gelegene Malsfeld ist zwar zu eng für den Storch, deswegen sind die schwarz-weißen Vögel in der Gemeinde eigentlich ein eher seltener Anblick.

Doch Brassel kennt die Vorzüge des Naturschutzgebiets: Es ist sumpfig und die umliegende Hügel sind flach genug für die Vögel, sodass sie auch weitläufig auf Nahrungssuche gehen können. „Störche fressen Reptilien, Insekten und Kleintiere wie Schermäuse“, zählt Prassel auf und deutet auf eine neben dem Vogelnest gelegene Wiese. Dort pickt der einsame Storch zwischen den Grashalmen.

Noch hat das Pärchen keine Namen. Hans Dieter Brassel vermutet, dass es sich bei dem einsamen Storch um das Männchen handelt. „Das Weibchen wurde beringt. Bei diesem Storch konnte ich aber keinen Ring entdecken“, meint der 75-Jährige mit Blick durch sein Fernrohr.

Pech mit dem Nachwuchs 

Für gewöhnlich finden sich Störche zu lebenslangen Partnerschaften zusammen. Allein zur Arterhaltung müsste ein Paar etwa drei Junge haben, weiß Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation in Wabern.

In den vergangenen Jahren hatte das Malsfelder Vogelpaar aber Pech mit dem Nachwuchs: Durch Storchkämpfe, bei denen fremde Störche den Horst eines Paares angreifen, wurde mehrmals die Brut vor dem Schlupf zerstört. „Vor zwei Jahren haben die Jungvögel dann das nasskalte Wetter nicht überstanden“, berichtet Krüger-Wiegand. Deswegen schaue man gespannt auf die Brutzeit.

Sollte es dem Storchenpaar aus Malsfeld in diesem Jahr gelingen, Eier auszubrüten, möchte man die Jungtiere beringen.

Bahn antwortet nicht 

Doch das Vorhaben könnte sich schwierig gestalten, denn der Horst liegt auf einer Halbinsel auf einem Landstück, dass der Deutschen Bahn gehört. „Wir haben im vergangenem Jahr eine Anfrage bei der Bahn gestellt. Aber bis heute sind wir da keinen Schritt weiter gekommen“, sagt Manfred Gunia vom Verein Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.

Durch die Beringung können die Vögel identifiziert werden. Ornithologen stünden dann Daten wie Zugrouten, Größe und Gewicht sowie Alter zur Verfügung. Eine Beringung ist nur bei Jungtieren möglich.

Quelle: HNA

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