Habichtswalderin absolviert ungewöhnliche Ausbildung: Sie erlernt den Beruf der staatlich geprüften Clownin

Die Mama mit der roten Plastiknase

Eingespieltes Team: Bettina Fröhlich-Burkamp als Flora (links) mit ihrer Duo-Partnerin Katja Gierke als Krümel. Gemeinsam sind sie „Buschbohne“. Foto: Detlev Hein/nh

Dörnberg. Wenn Bettina Fröhlich-Burkamp in ihre Kostüme schlüpft und sich die rote Plastiknase überstülpt, wird sie zu Flora – oder zu Dolly. Das ist abhängig vom Ort ihres Auftrittes. Eine Clownin ist sie dabei aber immer. Eine professionelle, und bald sogar – ab Oktober – eine staatlich geprüfte.

„Eigentlich hatte ich nie eine besondere Beziehung zu Clowns“, erzählt die 39-Jährige, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in einer zu einem modernen Wohnhaus umgebauten alten Scheune im Habichtswalder Ortsteil Dörnberg lebt. Doch vor Jahren hatte die gelernte Erzieherin in einer Kneipe Flyer über eine Hamburger Clownschule entdeckt und „das hat mich neugierig gemacht“, erinnert sich die zweifache Mutter.

Aus Neugier entwickelte sich recht schnell Faszination. „Das Theaterspiel fasziniert mich“, erzählt sie. Das habe sie während der Grundausbildung bei Uli Tamm in Hamburg festgestellt. Dorthin führte sie der Flyer. Danach sei die Entscheidung gefallen: Bettina Fröhlich-Burkamp entschloss sich dazu, sich zu einer Clownin ausbilden zu lassen.

Dreieinhalb Jahre lang dauert die berufsbegleitende Ausbildung, die die Habichtswalderin an der Schule für Tanz, Clown und Theater (TuT) in Hannover absolviert und im Oktober dieses Jahres beenden wird. Die Familie habe von Anfang hinter ihrem nicht ganz gewöhnlichem Berufswunsch gestanden, sagt sie. Nur ihre Tochter Lucy (10) habe sie anfangs gefragt, ob sie dann auch noch normales Essen kochen und ob sie künftig zu Elternabenden als Clowin gehen würde, erinnert sich die 39-Jährige und lacht.

Inzwischen ist es für alle Familienmitglieder normal, dass Mama und Ehefrau von Berufswegen und aus Leidenschaft in die Clownkostüme schlüpft. In das von Dolly immer dann, wenn sie beispielsweise in Altenpflegeheimen auftritt, wie in dem Uslarer, wo sie einmal pro Monat hauptsächlich an Demenz erkrankte Bewohner mit ihrem Spiel unterhält.

Flora ist sie, wenn sie mit ihrer Kollegin Katja Gierke auftritt. Gemeinsam sind sie „Buschbohne“ und mit ihrem Stück „Immer wieder sonntags“ auf Kleinkunstbühnen zu sehen. „Die Geschichte ist aus der Improvovisation heraus entstanden“, sagt sie. Für Bettina Fröhlich-Burkamp ist das ein wichtiges Merkmal der Clown-Schauspielerei, „die Geschichten sind nicht konstruiert“. Gleichzeitig ist das Stück Teil ihrer Abschlüssprüfung, das Gesellenstück.

Nach ihrer Ausbildung will sich die Habichtswalderin ausprobieren. „Ich möchte das Duo mit meiner Kollegin ausbauen und gleichzeitig auch als Solistin arbeiten.“ Außerdem bietet sie bereits Clown-Training und Workshops an und arbeitet als Kinder- und Jugendtrainerin beim Zirkus Rambazotti in Kassel.

Besondere Momente, besondere Begegnungen mit Menschen aus einer ganz anderen Perspektive heraus, die andere Zugänge verschafft – das macht für sie das Clown-Sein aus. Nicht das Lachen und die Albernheiten auf Knopfdruck.

Wer mehr über Bettina Fröhlich-Burkamp und die Schule für Tanz, Clown und Theater erfahren möchte, findet im Internet unter: www.lachdichfroehlich.de oder unter www.tut.de weitere Informationen.

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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