Unternehmerfamilie Bode löst Pachtvertrag von Wenigenhasunger Jagdhütte auf

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Abschied mit Wehmut: 60 Jahre lang ohne Unterbrechung hatte die Unternehmerfamilie Bode das 475 Hektar große Wenigenhasunger Niederwildrevier von der örtlichen Jagdgenossenschaft gepachtet. Foto:s zih

Wenigenhasungen. Er wird „das schönste Fleckchen Erde im Altkreis Wolfhagen", die Jagdhütte am Fuße des 601 Meter hohen Bärenberges, vermissen: Dr. Manfred Bode, langjähriger Vorstandsvorsitzender und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann.

Der 73-jährige Unternehmer, der es sich nicht nehmen ließ, zu der von der örtlichen Jagdgenossenschaft organisierten Verabschiedung extra aus München anzureisen: „Hier habe ich im Familienkreis, zusammen mit Jagdfreunden, den Jagdgenossen und vor allem der Wenigenhasunger Einwohner von Kindesbeinen an unvergessliche Stunden erleben dürfen.“ Das ist jetzt Vergangenheit. Denn in Wenigenhasungen ging jetzt eine jagdliche Ära zu Ende. Der im April 1954 geschlossene Jagdpachtvertrag zwischen dem Kasseler Unternehmer August Bode (Wegmann-Waggonbau) und der Jagdgenossenschaft Wenigenhasungen wurde nach einer 60-jähriger Laufzeit aufgelöst.

Dr. Manfred Bode

Dr. Manfred Bode: „Leider haben meine Kinder die Leidenschaft für die Jagd von mir nicht geerbt. Wegen meines Alters habe ich den Jagdpachtvertrag nicht verlängert. Das ist mir sehr schwer gefallen“. Deshalb habe er sich sehr über die Abschiedsfeier gefreut.

„Die Jagdgenossenschaft und das ganze Dorf ist der Familie Bode zu Dank verpflichtet“, sagte Jagdvorsteher Walter Schwarz. Denn in der 60-jährigen Jagdpacht-Ära konnten mit dem Pachterlös nicht nur örtliche Projekte verwirklicht werden, sondern während dieser Zeit fanden auch rund 50 Wenigenhasunger im Kasseler Unternehmen Bode eine Arbeitsstelle. Natürlich fehlte die Familie Bode bei keiner Kirmes, keinem Schützenfest. Der über 90-jährige Bäckermeister Karl Tripp erinnert sich: „August Bode ließ da immer mehrere Fässer Bier springen, für alle Männer gab es Zigarren und für die Kinder Mohrenköpfe.“

Zum Abschied schenkte Dr. Manfred Bode den Jagdgenossen die familieneigene Jagdhütte. (zih)

Quelle: HNA

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