Milder Winter: Landwirte und Forstämter sehen wenig Auswirkungen auf Natur

Mancher Vogel bleibt hier

Vögel ziehen nicht weiter: Die männliche Mönchsgrasmücke zieht bei milden Temperaturen nicht gen Süden. Auch Wacholderdrossel und der Star bleiben in warmen Wintern an ihrem angestammten Platz. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Es war einer der fünf mildesten Dezembermonate seit Beginn der Messungen, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Und auch der Januar zeichnete sich bisher eher durch frühlingshafte Temperaturen und Vogelgezwitscher am frühen Morgen aus.

„Die Teilzieher und Zugvögel bleiben wegen der milden Temperaturen zum Teil hier“, sagte Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildtierparks Knüll. Zum Beispiel würden Stare und Wachholderdrosseln als sogenannte Teilzieher jetzt nicht in wärmere Regionen fliegen, sondern hier bleiben, sagte Fröhlich. „Das ist positiv für die Vögel, schließlich müssen sie jetzt keine Energie für den Flug aufwenden.“ Ohnehin sollte man den Einfluss der warmen Temperaturen auf die Tierwelt nicht überschätzen, sagte der Tierparkleiter. Diese Einschätzung teilt Günter Schumann, stellvertretender Forstamtsleiter in Neukirchen. Viele Menschen glaubten, dass Schädlinge wie Borkenkäfer nun durch die milden Winter überleben würden. „Das ist nicht so. Man überschätzt die Auswirkungen von kalten Wintern“, erklärt Schumann. Denn die Schädlinge würden auch kalte Winter überstehen.

Probleme hätten sie durch den milden Winter allerdings mit ihren Schleppern im Wald. „Wir können jetzt nicht mit dem Holzrücken beginnen, weil der Boden zu feucht ist und der Schlepper stecken bleiben könnte.“

Ideales Wetter für Getreide

Kreislandwirt Adolf Lux freut sich über die milden Temperaturen. „Das ist ideales Wetter für unsere Wintergetreide“, sagt er. Wenn es allerdings nicht mehr zu einer kälteren Phase käme, könnte sich das Getreide überwachsen. Deshalb hofft der Kreislandwirt für Anfang Februar auf kältere Temperaturen.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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