In Besse gelangen Sanitärabfälle bisweilen in den Pilgerbach – Bürgermeister: Genehmigung liegt vor

Manchmal läuft das Becken über

Ärger um den Schmutz: Ein Anwohner am Pilgerbach in Besse entdeckte dort Sanitärmüll. Die Gemeinde sagt, das sei unbedenklich. Fotos: privat

Edermünde. Nach dem Ärger um Sickerwasser, das aus einer Biogasanlage in den Pilgerbach geflossen war (siehe auch Meldung links), machen sich nun Anwohner Sorgen um ein Überlaufbecken, das ebenfalls am Pilgerbach liegt.

Aus diesem Becken, in das auch Abwasser aus Privathaushalten flössen, würde bei starkem Regen Wasser in den Pilgerbach gelangen und mit ihm zum Beispiel Kondome und Toilettenpapier, beklagt ein Edermünder, der nicht namentlich genannt werden will. „Der Bach ist tot“, glaubt er. Das Becken liegt am Ortseingang von Besse.

Tatsächlich, so sagte Bürgermeister Karl-Heinz Färber auf Anfrage der HNA, gebe es ein Mischwassersystem. Bei diesem wird Regenwasser und Abwasser in einem Kanal gemischt abgeleitet. Eine so genannte Wirbeldrossel regele den Ablauf des Wassers, das weiter in die Kläranlage fließt.

Bei Rückstau passiert es

Bei sehr starkem und andauernden Regen könne es zu einem Rückstau kommen, sagte Färber. In einem solchen Fall könne Wasser in den Pilgerbach abfließen. Es sei allerdings dann stark verdünnt und unbedenklich. Die Gemeinde habe dafür eine Einleitegenehmigung.

Der Anwohner glaubt, das Becken funktioniere nicht richtig, wenn Schwebstoffe in den Bach gelangten. Dem widerspricht der Bürgermeister. Es könne in der Tat vorkommen, dass Sanitärmüll dort im Wasser lande.

Das geschehe nur bei sehr starkem Regen, dann würden Mitarbeiter der Gemeinde aufräumen und den Dreck beseitigen, erklärte Färber.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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