Sankt Martin- und Wintersgrundbewohner präsentierten abwechslungsreiches Programm

Manege frei im Zirkus Malefiz

Viele Aktionen: Das Sommerfest in Naumburg bote jede Menge Unterhaltung. Fotos:  zih

Naumburg. „Hereinspaziert, meine Damen und Herren. Hier in der Manege unseres Zirkus Malefiz erleben Sie am laufenden Band in atemberaubenden Weltpremieren Menschen, Tiere, Sensationen.“ So begrüßte Zirkusdirektor Michael in Frack und Zylinder die vielen Besucher zu einer zirzensischen Vorstellung der besonderen Art.

Denn im Mittelpunkt des öffentlichen Sommerfestes der sich in Trägerschaft des Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes befindlichen Naumburger Wohn- und Therapieeinrichtungen Haus Sankt Martin sowie Haus Wintersgrund stand die Geschichte der mit ihrer Familie im Zirkus Malefiz lebenden dummen Augustine. Sie musste sich dort bisher immer nur um den familiären Haushalt und ihre 13 Kinder kümmern, während ihr Mann August in der Manege als Clown Jung und Alt zum Lachen brachte. Als dieser einmal wegen Zahnschmerzen nicht auftreten konnte, sprang die dumme Augustine ein und überzeugte den Direktor und das Publikum, dass auch sie das Handwerk der Clownereien bestens beherrschte.

Wie auch die weiteren Künstler. Da wirbelten Turnartisten über die Matten, tanzten Ballerinen über das Seil, bewies Herkules, dass er der stärkste Mann der Welt ist. Zudem zeigte ein Magier und Zauberer sein Können, bändigte eine Dompteurin wilde Löwen, eine andere führte mit zwei richtigen Esel Kunststücke vor. Und wer von den Besuchern einen Blick in seine Zukunft werfen wollte, konnte dies bei Wahrsagerin Madam Anna tun. Natürlich fehlte auch der musikalische Part nicht, dafür war Virginie Allegret-Klages mit ihren Therapieschützlingen Garant.

Sommerfest im Haus Sankt Martin in Naumburg

Hinter den Malefiz-Zirkusartisten verbargen sich fast ausschließlich Bewohner der beiden Häuser für Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom beziehungweise Autismus. Diese, unterstützt von Sankt Martin-Heimleiterin Gabi Rogalla-Bauch und dem gesamten Mitarbeiterstab, hatten seit Monaten für diesen großen Auftritt geprobt. Der Lohn jedes Künstlers, nämlich immer wieder Beifall auf offener Szene, war ihnen für diese großartige Leistung gewiss. Auf den Schlussapplaus mussten sie jedoch witterungsbedingt verzichten. Denn als Malefiz-Zirkusdirektor Michael das Finale ankündigen wollte, sorgte ein Wolkenbruch für ein blitzschnelles Vorstellungsende. Nach gut einer halben Stunde Dauerregen präsentierte sich dann aber der Himmel über dem Naumburger Wintersgrund wieder blitzblank, sodass die Besucher neben den vielschichtigen Indoor-Kreativangeboten sich auch auf den Freiluft-Mitmachspielstationen vergnügen konnten. (zih)

Quelle: HNA

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