Er hat die Natur im Fokus

Manfred Delpho: Initiator der 1. Nordhessischen Naturfototage

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Manfred Delpho mit einem Raufußkauz.

Gudensberg. Im Gudensberger Bürgersaal finden vom 28. bis 30. März die 1. Nordhessischen Naturfototage statt. Initiator ist Manfred Delpho, der für seine Bilder bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Der Profi sagt: Gute Bilder lassen sich planen.

Wäre Manfred Delpho Fußballer geworden, würde hier die Geschichte eines Mannes erzählt, der aus seinem Dorf auszog, um mindestens Deutscher Meister zu werden. Delpho ist in Gudensberg-Obervorschütz geblieben, hat es aber mit der Kamera zu größter Perfektion gebracht und tatsächlich zahlreiche Titel gesammelt.

Seinen Bekanntheitsgrad nutzt der 65-Jährige nun, um in Gudensberg, gemeinsam mit der Stadt, die Nordhessischen Naturfototage zu etablieren. Vom 28. bis 30. März werden etliche Stars der Szene nach Gudensberg kommen und Vorträge halten. Es wird Ausstellungen geben, und die Sieger eines Fotowettbewerbs werden gekürt.

Hintergrund: Karten noch für zahlreiche Vorträge

Karten gibt es online im Shop der Stadt Gudensberg (www.gudensberg.de) sowie unter 05603/9330. Erhältlich sind noch Karten für die Veranstaltungen am Freitagabend (ab 19.30 Uhr). Dann werden Ausstellungen des Fotoclubs Gudensberg und der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen, Regionalgruppe Nordhessen, eröffnet.

Ab 20 Uhr berichtet Dirk Bleyer in einem Vortrag über Südafrika. Eintritt: zwölf Euro. Karten gibt es auch noch für die fünf Vorträge am Sonntag (ab 9 Uhr). Sie kosten 22 Euro. Die Siegerehrung des von Stadt Gudensberg und HNA veranstalteten Fotowettbewerbs beginnt am Sonntag gegen 15.45 Uhr. Ab dann können bei freiem Eintritt die ausgestellten Fotos angeschaut werden.

Kontakt: Stadt Gudensberg, Ingo Seifert-Rösing, 05603/933-127, www.nordhessische-naturfototage.de

In der Karriere von Manfred Delpho spielte das Foto eines Basstölpels eine besondere Rolle. Dafür wurde er 2002 von der Gesellschaft deutscher Tierfotografen als Naturfotograf des Jahres ausgezeichnet. Es war der Ritterschlag.

Weitere Titel folgten. Die Aufnahme eines Eisvogels wurde beispielsweise zum Vogelbild des Jahres gekürt, das Foto einer Waldmaus mit Nuss im Maul zum Säugetierbild des Jahres.

Dabei waren die Anfänge wenig vielversprechend. Mit einer Minolta X 300 und einem Novoflex-Objektiv (400 Millimeter) begann vor 25 Jahren Delphos Karriere. An den Teichen bei Wabern versuchte er, Wasservögel zu fotografieren. „Auf den Bildern erkannte man Vögel, viel mehr aber auch nicht“, erzählt er.

Die Bilder zeigte er bei seinem ersten Dia-Vortrag im Kreise von Nabu-Mitgliedern. „Ich war total enttäuscht, dass die nicht vor Begeisterung auf die Knie gefallen sind.“ Aber Delpho ließ sich nicht entmutigen.

Und mit der Erfahrung wuchs auch der Erfolg. „Das Wichtigste ist, sich Grundwissen über die Natur- und Pflanzenwelt anzueignen. Das geht vielen leider ab.“ Delphos Liebe zur Natur entwickelte sich schon in der Jugend, als er in seinem Geburtsort Elgershausen mit der „Waldläufer-Gruppe“ unterwegs war. Nach seiner Pensionierung als Soldat widmete er sich ab 1989 ganz der Fotografie.

Zur Person: Manfred Delpho

Manfred Delpho (65) wurde in Schauenburg (Landkreis Kassel) geboren und kam über die Arbeit beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Naturfotografie. Er lebt mit seiner Frau in Gudensberg (Schwalm-Eder-Kreis).

Um Anekdoten ist er nicht verlegen. 1500 Aufnahmen waren nötig, um eine Waldmaus beim Sprung zu treffen – zu Zeiten analoger Fotografie ein Riesenaufwand. Mal war nur der Schwanz zu sehen, mal die Schnurrhaare. Irgendwann war dann aber auch der Knüller dabei.

Längst betreibt Delpho die Fotografie professionell, hält Vorträge und gibt gemeinsam mit seiner Frau Gisela Bücher heraus.

Hier finden Sie Bilder, die bei unserem Naturfoto-Wettbewerb eingereicht wurden.

Tipps von Manfred Delpho für gute Naturbilder

Was macht ein gutes Foto aus?

Delpho: Es muss ansprechen und Emotionen wecken.

Welche Rolle spielt die Ausrüstung?

Delpho: Nicht die wesentliche Rolle. Man kann etwa mit einer Bridge-Kamera für 200 bis 300 Euro anfangen. Das ist eine kompakte Kamera mit einem fest eingebauten Objektiv, das vom Weitwinkel- bis zum Teleobjektiv reicht.

Wie findet man die Motive?

Delpho: Indem man mit offenen Augen in die Natur geht. An erster Stelle steht die Beobachtung, auch schon mal ohne Kamera.

Wie bekommt man die Tiere dann vor die Linse?

Delpho: Am besten ist es, dort zu fotografieren, wo man nicht stört, etwa in Parks. Einen Haubentaucher in freier Natur zu fotografieren, ist sehr schwierig. Man würde nur stören. In einem Stadtpark ist das leichter.

Welche Tricks können Sie verraten?

Delpho: Im eigenen Garten kann man sich eine Futterstelle einrichten. Da kann man sich auch ein Tarnzelt aufbauen. Marder und Waschbären lieben beispielsweise Nutella. Auch ein kleiner Badeplatz für Vögel ist hilfreich.

Kann man auch im Wald an Futterstellen fotografieren?

Delpho: Ein Anfänger sollte nicht durch die Büsche schleichen und dem Wild nachstellen. Ein naturnaher Garten ist dagegen das Fotolabor schlechthin.

Lassen sich gute Naturfotos planen?

Delpho: Ja. Man kann sich beispielsweise einen Baum suchen und ihn zwei Jahre immer von derselben Stelle zu verschiedenen Jahreszeiten und bei verschiedenen Lichtstimmungen fotografieren.

Wie sollte ein gutes Foto aufgebaut sein?

Delpho: Man sollte sich an die Regeln des Goldenen Schnitts halten. Die Bilder sollten einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund haben, und das Hauptmotiv sollte nicht unbedingt in die Mitte gesetzt werden.

Wie wichtig ist das Licht?

Delpho: Das ist das A und O. Besonders schönes Licht hat man bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Wie stark sollte man Bilder nachbearbeiten?

Delpho: Wenn man sich vorher gut überlegt hat, wie das Bild aufgebaut sein soll, ist nur noch eine geringe Nachbearbeitung nötig.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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