Mangelware: DRK braucht junges Blut

Schwalm-Eder. Der Mangel der DRK-Blutspendedienste im Landkreis lässt sich in drei Worten beschreiben: junges Blut fehlt. Immer weniger Menschen unter 30 Jahren gehen zum Blutspenden.

Das hat in ländlichen Regionen einen einfachen Grund, den demografischen Wandel. „Sinkende Geburtenraten in den vergangenen Jahrzehnten sind nur ein Teil des Problems“, erklärt Manfred Mertens, Medienreferent vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen. Die jungen Leute sehen auf dem Land keine Berufsperspektiven und wandern daher ab. „Das macht es uns im Schwalm-Eder-Kreis nicht leichter, Spender zu gewinnen“, so Mertens.

Zahl der Spender sinkt

2013 spendeten in Hessen und Baden-Württemberg rund 689.000 Menschen Blut, etwas mehr als 15.000 davon im Schwalm-Eder-Kreis. Trotz etwa gleichbleibendem Angebot an Spendeterminen sinkt dort die Zahl der Blutspender: Im Vergleich zu 2013 kamen dieses Jahr durchschnittlich drei Spender weniger pro Termin.

In Frielendorf waren es sogar nur 117 statt bislang 143 Spender. In Gilserberg sank die Zahl von 38 auf 35, in Morschen von 100 auf 90 Spender. Besonders hart traf es Wabern, dort spendeten nur noch 159 statt 232 Personen. Spendenanstiege hingegen verzeichnet beispielsweise Melsungen (von 137 auf 183). Alle Spenderzahlen sind Durchschnittswerte pro Termin.

Beinahe jeder zweite Spender dort ist bereits älter als 50 Jahre - bei einer Altersgrenze von 71 Jahren. Nur knapp 25 Prozent der Spendewilligen sind jünger als 30 Jahre. „Wenn in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, so wenige junge Leute Blut für die Allgemeinheit spenden, sollte das zu denken geben“, sagt Manfred Mertens.

Denn etwa 80 Prozent aller Deutschen seien mindestens einmal in ihrem Leben auf eine Transfusion oder auf Medikamente, die aus Blutplasma hergestellt werden, angewiesen. Das gelte ebenso für den Schwalm-Eder-Kreis.

Hier stellen den weitaus größten Spenderpool die 41- bis 50-Jährigen mit fast 29 Prozent. Aktuell könne diese Gruppe noch abfangen, was an langjährigen Dauerspendern über die Altersgrenze wegfällt, obwohl die Blutspendebereitschaft insgesamt sinke.

„Momentan kommt es durch effizientes Blutmanagement in den Kliniken noch nicht zu Engpässen bei der Patientenversorgung“, erklärt Mertens. „Schlüsselloch-Operationen“ mit kleinen Hautschitten helfen beim Blutsparen. Wenn aber weniger junge Leute Blut spenden, fehle es in Zukunft im Landkreis für Unfall-, Krebs- und Transplantationspatienten.

Von Jasmin Paul 

Quelle: HNA

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