Vorfall geschah am Busbahnhof Homberg

Mann angefahren: Amtsgericht Fritzlar stellte Verfahren ein

Fritzlar-Homberg. Hat er den anderen Mann einfach über den Haufen gefahren, oder nicht? Auch am dritten Verhandlungstag konnte das Amtsgericht Fritzlar diese Frage nicht eindeutig beantworten.

Auf Anregung von Staatsanwalts und Verteidiger stellte Richter Christian Beholz das Verfahren gegen einen 23 Jahre alten Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis für sechs Monate vorläufig ein. Der Angeklagte muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Schilderungen der Zeuginnen und des angeblichen Opfers hätten Zweifel an deren Glaubwürdigkeit aufkommen lassen, sagte der Richter. Es habe widersprüchliche Aussagen gegeben. Der Version des Angeklagten glaube er jedoch auch nicht.

Eine schwere Schuld des Angeklagten sei nicht anzunehmen. Der Mann sei nicht vorbestraft, eine Verurteilung sei nicht erforderlich.

Die Vorwürfe des Staatsanwalts klangen abenteuerlich. Der Angeklagte soll im November 2009 mit seinem Auto auf dem Gelände des Busbahnhofs in Homberg auf einen 19- Jährigen zugerast sein. Das Opfer sei auf die Motorhaube gefallen, und der Mann sei einfach weitergefahren. Schließlich habe er abrupt gebremst, sodass das Opfer von der Motorhaube fiel.

Schließlich soll der Angeklagte dem anderen Mann auch noch über das Bein gefahren sein, was einen Bruch verursachte.

Angeklagter: Opfer schlug zu

Der Angeklagte schilderte den Vorfall ganz anders. Das angebliche Opfer habe sich auf die Motorhaube gelegt und auf die Haube sowie die Scheibe eingeschlagen. Er sei losgefahren und habe dann gebremst.

Das vermeintliche Opfer räumte ein, dass er an dem Abend Alkohol getrunken habe. Er habe an die Scheibe des Autos geklopft, da sei der 23-Jährige losgefahren.

Der Bruch könne nicht durch ein Überfahren mit einem Auto entstanden sein, sagte der Sachverständige aus; wohl aber, wenn der Fuß gegen den Bordstein geschleudert worden wäre. (zam)

Quelle: HNA

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