Mann bedrohte Polizisten: Gericht verurteilte 43-Jährigen zu Bewährungsstrafe

Treysa. Ein 43-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain musste sich wegen Widerstands gegen Polizeibeamten vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Er war im vergangenen September während einer öffentlichen Veranstaltung in Schwalmstadt mehreren Polizisten gegenüber aggressiv geworden.

 Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung und Bedrohung verurteilte das Gericht den vorbestraften Angeklagten zu sechs Monaten Freiheitsstrafe. Sie ist zu vier Jahren Bewährung ausgesetzt. Der Mann muss 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, ein Antiaggressionstraining absolvieren und sich einer Drogenberatung unterziehen.

Hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe gab der Angeklagte an: „Es tut mir leid, ich kann dazu nichts mehr sagen“. Er verwies darauf, dass er während des Vorfalls unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss stand. Die Medikamente nehme er aufgrund von Clusterkopfschmerz und Depressionen. Mit Alkohol könnten sie Halluzinationen hervorrufen.

Normalerweise trinke er nicht, an besagtem Tag jedoch habe er gefeiert. Vier Schwalmstädter Polizisten sagten als Zeugen aus. Darunter die beiden, die dem Angeklagten einen Platzverweis erteilt hatten, nachdem er während der Veranstaltung gegenüber Besuchern unangenehm aufgefallen war und ein Wirt telefonisch die Polizei benachrichtigt hatte. Dem Platzverweis sei der 43-Jährige nicht nachgekommen, berichteten zwei Polizeibeamte. Beim Versuch, ihn mit zur Wache zu nehmen, habe er Widerstand geleistet.

Eine zweite Streife sei zu Hilfe gekommen. Trotz Trunkenheit habe der Angeklagte nicht den Eindruck gemacht, den Platzverweis und die Gewahrsamsandrohung nicht zu verstehen, sagte einer der Zeugen. Die Aussage des Mannes am nächsten Morgen, nichts mehr von dem Vorfall zu wissen, habe ihn erstaunt. Ein dritter Polizeibeamter berichtete, auf dem Weg zur Dienststelle habe ihn der Angeklagte mehrmals beleidigt und ihn mit dem Tod gedroht. Während der Blutentnahme, habe sich der Angeklagte weiter gegen diese gewehrt. Gegen Zellentür gepinkelt Nachts sei der Angeklagte in der Ausnüchterungszelle aufgewacht, habe gegen die Tür „gepinkelt“ und sich wieder hingelegt. Später habe er sich für sein Verhalten entschuldigt.

 Zwar sei der 43-Jährige stark alkoholisiert gewesen, einen Vollrausch schloss der Zeuge jedoch aus. Als er ihm zur Ausnüchterung aus Sicherheitsgründen die Krawatte habe abnehmen wollen, habe der 43-Jährige gezielt nach ihm geschlagen, berichtete ein vierter Polizist. Ein Blutalkoholtest hatte 2,12 Promille ergeben. Aufgrund der Einnahme von Medikamenten und des Alkoholeinflusses schlossen sowohl Staatsanwalt als auch Richter eingeschränkte Schuldfähigkeit nicht aus.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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