Ehemaliger Schrotthändler wurde des Vorwurfs der Hehlerei freigesprochen

Mann handelte mit Diebesgut

Schwalmstadt. Weil er von einem Bekannten 15 Kilo gestohlenes Kupfer gekauft und damit Handel getrieben hatte, musste sich gestern ein 22-Jähriger aus Marburg vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Das Gericht sprach den Angeklagten des Vorwurfs der Hehlerei frei. Es sei dem ehemaligen Schrotthändler nicht nachzuweisen, dass er wissentlich gestohlenes Kupfer gekauft habe.

Für 50 Euro hatte der 22-Jährige im Februar vergangenen Jahres die 15 Kilo Kupferstücke von seinem Bekannten im Altkreis Ziegenhain erworben. Er verkaufte sie weiter und erzielte dabei nach eigenen Aussagen einen Gewinn zwischen 30 und 40 Euro. Das Kupfer stammte aus einer Marburger Firma, bei der der Bekannte des Angeklagten als Praktikant gearbeitet hatte.

Sein Bekannter habe ihm damals erzählt, es handele sich um Kupferreste, die er verkaufen dürfe. „Ein Teil war in Ordnung, ein Teil mit Beulen versehen“, berichtete der Angeklagte.

Zum Kupferverkäufer habe er keinen Kontakt mehr. Er selbst habe sich jedoch an die Firma gewandt und sie über den Kupferhandel unterrichtet.

Den von der Firma mit 5000 bis 10 000 Euro bezifferten Wert des vom Praktikanten gestohlenen Kupfers stellte der Angeklagte ebenso in Frage wie der Staatsanwalt. Beiden erschien die Summe als zu hoch angesetzt.

Ein als Zeuge vorgeladener Mitarbeiter der Marburger Firma erklärte, der Wert des gestohlenen Kupfers sei grob geschätzt worden. Er berichtete, der Angeklagte habe sich mit einem der Kupferstücke, einem neuen T-Stück, an seine Firma gewandt und über den Verkauf des Praktikanten informiert. Erst da sei man sich über den Diebstahl und dessen Ausmaß bewusst geworden. Der Praktikant habe offensichtlich mehrere Wochen lang regelmäßig Kupferteile mitgehen lassen. Die Geschäftsführung habe ihm deswegen Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen.

Das Gericht hielt dem wegen Betrugs vorbestraften Angeklagten zugute, dass er die bestohlene Firma über den Kupferhandel informiert hatte.

Gegen den Praktikanten verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro. Er war als Zeuge vorgeladen worden, der Verhandlung jedoch unentschuldigt ferngeblieben.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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