Mann verhaftet

Familiäre Probleme: Mann setzte eigenes Haus in Brand

Ostheim. Familiäre Probleme sind wohl der Auslöser für eine Brandstiftung, bei der am Samstag um kurz vor 16 Uhr ein Zweifamilienhaus in der Blumenstraße ausbrannte. Der Mann hatte mehrere Benzinkanister im Gebäude verschüttet und es dann selbst angezündet.

Er wurde von Nachbarn aus dem brennenden Haus gebracht und der Polizei übergeben. Er wurde verhaftet und kam in psychiatrische Behandlung. Die Kriminalpolizei konnte zwei Benzinkanister sicherstellen.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Ostheim brannte es im Bereich der Küche im Erdgeschoss. Von hier griff das Feuer, begünstigt durch die überall verschütteten Brandbeschleuniger, schnell auf weitere Räume über. Explosionsgefahr drohte. Mit Spezialmessgeräten wurde auch über eine Stunde nach dem Brandausbruch immer noch eine so hohe Konzentration der brennbaren Gase gemessen, dass weiterhin von einer sehr hohen Explosionsgefahr ausgegangen werden musste.

Weiträumig abgesperrt

Deshalb wurden Bewohner der Nachbarhäuser und Schaulustige, die sich nach Angaben von Gemeindebrandinspektor Oliver Garde vorbildlich verhalten haben, aufgefordert, in sicherer Entferung vom Haus zu bleiben, falls es zu einer Explosion käme.

Aktualisiert am Sonntag, um 9.25 Uhr.

Nur jeweils ein Trupp, der mit Atemschutzgeräten ausgerüstet war, durfte sich dem Haus nähern, um Messungen durchzuführen. Teilweise standen auf den Zimmerböden richtige Benzinlachen, die jederzeit explodieren konnten. Bei mehreren Fenstern im Obergeschoss wurden die Scheiben von Außen eingeschlagen, um so eine Durchlüftung der Räume zu erreichen. Nach wie vor quoll aber dichter Rauch aus dem Dach.

Rauchwolken bis zur A7

Im Spitzboden des Hauses war es zu einem Wärmestau der brennbaren Gase gekommen. Als die ersten Ziegel abgedeckt wurden kam es dann kurz vor 18 Uhr durch die Sauerstoffzufuhr zu einer Explosion im Dachbereich. Hell schlugen die Flammen in den Himmel und es kam zu einer enormen Rauchentwicklung. Der Rauch zog auch über die A 7, so dass die Verkehrsteilnehmer mit Radiohinweisen auf die Sichtbehinderungen in diesem Bereich aufmerksam gemacht werden mussten.

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren aller sieben Malsfelder Ortsteile. Unterstützt wurden die Malsfelder durch die Feuerwehr Melsungen, die mit der Drehleiter, dem Tanklöschfahrzeug und mehreren Spezialfahrzeugen ebenfalls nach Ostheim kamen. Während des gesamten Einsatzes waren zur Versorgung der Einsatzkräfte Rettungswagen aus Knüllwald und Homberg vor Ort. Um die Energieversorgung des Hauses zu unterbrechen, wurde ein Mitarbeiter der EON hinzugezogen. Insgesamt waren 88 Einsatzkräfte an der Brandstelle. 26 Atemschutzgeräteträger mussten wegen der starken Rauchentwicklung und der hochgiftigen Brandgase ihre schwere Arbeit im Gebäudeinneren, bzw. in unmittelbarer Nähe des Brandobjektes verrichten.

Bilder vom Einsatz

Mann setzte eigenes Haus in Ostheim in Brand

Einsatzleiter Oliver Garde äußerte sich sehr positiv über den Einsatz der Feuerwehren. Unterstützt wurde er von Kreisbrandmeister Frank Jacob (Wagenfurth).

Zur Schadensumme konnten am Samstag noch keine Angaben gemacht werden. Das Haus ist durch den Brand unbewohnbar geworden. Wie an der Einsatzstelle zu erfahren war, war die Ehefrau des Hausbesitzers mit ihren drei Töchtern bereits vor einigen Monaten ausgezogen. Warum der Mann jetzt sein Haus anzündete, ist zurzeit unklar.

Die letzten Einsatzkräfte sind am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr abgerückt. Das THW sichert derzeit die Ruine.

Von Helmut Wenderoth

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © HAN/Wenderoth

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