Menschen vor Gericht: 64-Jähriger leugnet Vorwürfe – Jetzt müssen die Kinder aussagen

Mann soll Sex gefordert haben

TREYSA. Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern musste sich gestern ein 64-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Laut Anklage hatte der Mann zwischen August 2009 und November 2010 drei Kinder im Alter von zwölf und dreizehn Jahren zu sexuellen Handlungen aufgefordert und sich vor ihnen selbst befriedigt.

Nach Aussage eines der Betroffenen ereignete sich ein Fall in der Wohnung des 64-Jährigen. Der Junge hatte angegeben, dass er Aufforderungen zu sexuellen Handlungen abgelehnt habe. Die Verhandlung am Mittwoch fand ohne Beteiligung der betroffenen Kinder statt. Der Angeklagte gab vor Gericht an, der Junge, den er namentlich nicht kenne, sei nicht in seiner Wohnung gewesen.

Auch die beiden anderen Fälle, die sich außerhalb seiner Wohnung zugetragen haben sollen, will der 64-Jährige nicht begangen haben.

Der Richter verlas die Aussage eines Zwölfjährigen. Der Junge berichtete, der Angeklagte habe sich in einer Gasse vor ihm entblößt und sexuelle Handlungen an sich selbst vollzogen.

Der Junge hatte außerdem ausgesagt, der 64-Jährige verteile in seinem Heimatort Zettel an Kinder und Jugendliche. Sie enthielten die Aufforderung, ihn zu besuchen. „Ich halte das nervlich nicht mehr aus“, erklärte der Angeklagte. Er werde von Kindern und Jugendlichen schikaniert und verhöhnt.

„In den vergangenen 15 Jahren sind Sie mit einem Dutzend solcher Fälle in Erscheinung getreten, warum sollen die Kinder das erfunden haben?“

Der Staatsanwalt

Der Mann räumte zwar ein, mit seiner Schreibmaschine jene Zettel geschrieben zu haben, einige lagen dem Gericht vor. Er beharrte jedoch darauf, nichts getan zu haben.

„Diese Vorwürfe sind Ihnen doch nicht wesensfremd“, bemerkte der Richter im Hinblick auf die Vorgeschichte des Angeklagten. „In den letzten 15 Jahren sind Sie doch mit einem Dutzend solcher Fälle in Erscheinung getreten“, sagte der Staatsanwalt, der die Beweislast für erdrückend hielt. „Warum sollen die Kinder das erfunden haben?“, fragte er.

Der 64-Jährige blieb indes dabei, die ihm vorgeworfenen Taten nicht begangen zu haben.

Die Hauptverhandlung wurde daraufhin ausgesetzt, ein neuer Termin, bei dem die Kinder gehört werden, wird festgelegt.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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