Mann wegen dubioser Geschäfte auf Ebay verurteilt

Treysa. Wegen Betrugs auf der Onlineplattform Ebay musste sich kürzlich ein Geschäftsmann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Schöffengericht verantworten. Der Mann gab die Tat zwar zu, versuchte sich aber im Laufe der Verhandlung auch als Opfer ominöser Krimineller darzustellen.

Laut Anklage hatte der ehemalige Inhaber eines kleinen Secondhandshops im vergangenen Herbst in zweieinhalb Monaten mindestens elf Mal Gegenstände über das Online-Auktionsportal verkauft, aber nicht verschickt. Den geprellten Kunden entstand dabei ein Schaden von rund 3300 Euro.

Wenn man in so kurzer Zeit so viele Sachen durchziehe und sich damit eine Einnahmequelle von gewisser Intensität verschaffe, könne man durchaus von gewerbsmäßigem Betrug sprechen, gab der Richter nach der Verlesung der Anklage in Richtung Verteidigung zu bedenken.

„Grundsätzlich ist das alles richtig. Das war so alles nicht geplant“, räumte der 42-Jährige gleich zu Beginn seiner Aussage ein. Mit leerem Blick und immer wieder die Hände knetend stand der Mann Rede und Antwort.

Auch wenn er für seine Taten verantwortlich sei, habe größtenteils ein krimineller Familienclan aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schuld an der ganzen Misere. Diese Menschen hätten ihn unter Druck gesetzt und immer wieder Geld gefordert: „Die haben mich massiv bedroht. Das ist so.“ In seiner Not habe er sich an den örtlichen Pfarrer gewandt, aber der habe ihm nicht helfen können, so der Mann weiter.

In Betrug hineingerutscht

Er sei in die Betrügereien hineingerutscht, behauptete der Angeklagte. Im Auftrag seiner dubiosen Kunden habe er einen Gegenstand fotografiert und bei Ebay eingestellt. Die Ware sei dann aber nicht bei ihm im Laden verblieben und konnte somit auch nicht verschickt werden. Manchmal hätten seine Auftraggeber auch urplötzlich mehr Geld verlangt als vereinbart, sagte der Mann.

Mit der aufgetischten Erpressergeschichte komme er nicht so richtig klar, sagte der Richter angesichts der überraschenden Aussage zweifelnd: „Warum haben sie denn nicht die Polizei gerufen?“ Eine Frage, die der Mann nicht wirklich beantworten konnte. „Er hatte Kunden aus einem Milieu, die er nicht gewohnt war“, betonte der Verteidiger.

Ein Opfer schilderte dem Gericht die monatelangen Kommunikationsversuche mit dem Angeklagten. Irgendwann habe er feststellen müssen, dass er das erworbene Smartphone nicht bekommen würde, so der Zeuge. Glückliche Wendung: Noch im Gericht gab der Angeklagte dem Zeugen das Geld zurück. Während die Staatsanwaltschaft für den 42-Jährigen eine Haftstrafe forderte, beantragte die Verteidigung Freispruch: „Er ist kein guter Geschäftsmann, aber kein Betrüger.“

Auch angesichts ähnlicher Vorstrafen verurteilte das Gericht den Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren, welche zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt ist. „Er hat die Leute getäuscht. Das ist Betrug“, so der Richter

Quelle: HNA

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