Marcel Fröhlich aus Treysa fährt eine Corvette Stingray, Baujahr 1975 - Kindheitswunsch ging in Erfüllung

Fröhlich mit seiner Corvette: „Alles unter fünf Liter Hubraum ist für mich eine Pepsi Light.“ Fotos: Braun

Wahrscheinlich verbringt Marcel Fröhlich aus Treysa mehr Zeit in der eigenen Werkstatt oder an der Tankstelle, als in seinem Auto. Für Otto Normalfahrer ein Albtraum, für den Autoliebhaber das genaue Gegenteil.

Denn der 26-Jährige fährt eine Corvette Stingray, Baujahr 1975, ein echter Oldtimer - und der muss eben ständig gehegt, gepflegt und vor allem vollgetankt werden. Verbrauch: 25 bis 35 Liter, großer V8-Motor. Warum V8? „Alles unter fünf Liter Hubraum ist für mich eine Pepsi Light,“ sagt Fröhlich in der heimischen Werkstatt lachend vor der weißen Corvette mit der langen Schnauze und aufklappbaren Scheinwerfern.

AutoKauf in den USA

Die Corvette Stingray ist ein Sammlerstück. Fröhlich war vor zwei Jahren zu Besuch bei einem Freund in San Diego (USA) und sah den Oldtimer zufällig in einer Garage stehen. Der Motor hatte keine Zündung verbaut, der Kühler war undicht, Lichtmaschine und Wasserpumpe waren defekt, die Lichter funktionierten nicht, die Sitze waren rissig, alle Reifen waren platt und die Bremsen waren blockiert. Klare Sache: Der Treysaer kaufte den Wagen für 12 000 Dollar.

Um das Auto überhaupt zum Verschiffen an den Hafen fahren zu können, holte er sich die nötigen Teile auf einem Schrottplatz und in einem Laden für Ersatzteile.

In der Heimat ging dann die Arbeit los. „Wenn man solche Autos fährt, muss man auch das Schrauben daran mögen. Das hält mich und auch den Wagen am Leben“, sagt der Landesbedienstete. Gut 6000 Euro steckte er nochmal in die Corvette. Er baute die Innenausstattung aus und verkabelte alles neu. Der Motor wurde überholt und in Einzelteile erneuert. Und das alles nur, um in diesem Herbst die Inneneinrichtung wieder komplett herauszureißen und zu erneuern. Geschraubt und verbaut wird übrigens im Winter, der Sommer dient zum Fahren. Es gibt immer was zu tun.

Leidenschaft entwickelt

Seine Liebe für amerikanische Autos entwickelte Fröhlich als Kind. Er schaute englischsprachige Filme wie Mad Max, Fluchtpunkt San Francisco sowie Bullit und begeisterte sich schon immer für Autos.

Das Schrauben brachte er sich bei an einem Nissan 100NX, den er von den Eltern bekam - und eigentlich erst gar nicht fahren wollte, wie sich Vater Marco erinnert. Inzwischen kümmert sich Fröhlich um Elektrik, Motor und Getriebe in seiner eigenen Werkstatt im Garten, die „Monaco’s Speed Shop“ heißt.

Falls er mal nicht weiter weiß, hilft der Vater als gelernter Kfz-Schlosser oder ein „fähiger V8-Kumpel“ aus Wiera. Es käme schon mal vor, dass er die Zeit beim Schrauben vergesse und bis nachts in der Garage stehe, sagt Fröhlich. Zudem hält der ehemalige Schwalmgymnasiast Kontakt zu Oldtimer-Sammlern aus dem Kreis. Im Sommer treffen sie sich regelmäßig.

Hauptsache Amerikaner

In den nächsten Jahren könnten bis zu drei Oldtimer hinzukommen, höchstens mit Baujahr 1977, versteht sich. Weil er die Corvette aber nicht als Alltagsauto fährt, hat sich der 26-Jährige vor gut einem Monat noch einen Chevrolet Tahoe zugelegt. „Der Chevy Truck erscheint mir als vernünftige Alternative zur grauen Automobilmasse und Hybridfahrern.“ Keine Frage - an der Tankstelle kennt man Marcel Fröhlich gut.

Von Lukas Braun

Quelle: HNA

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