Marco Schultz (44): Er hat den Kampf gegen Blutkrebs verloren

Keiner konnte ihm helfen: Marco Schultz (44) aus Reptich erlag seinem Krebsleiden. Hunderte hatten seinetwegen an der großen Typisierungsaktion teilgenommen. Foto:  privat

Jesberg. Hunderte Menschen hatten ihm helfen wollen, haben ihm die Daumen gedrückt und gehofft, dass ein Wunder geschieht: vergeblich.

Marco Schultz hat den Wettlauf mit dem Tod verloren. Der 44-Jährige aus Reptich erlag am Dienstag dem Blutkrebs, an dem er erkrankt war. Bis zuletzt hatten seine Familie und seine Freunde gehofft, Marco helfen zu können. Die Feuerwehr hatte noch Mitte Mai eine große Typisierungsaktion im Jesberger Feuerwehrstützpunkt organisiert. Mehr als 500 Menschen kamen - und konnten doch nichts mehr für Marco Schultz tun.

Der 44-Jährige war vor drei Jahren an Blutkrebs erkrankt, brauchte dringend einen Spender. Den fand er in seinem Bruder Maik, dessen Stammzellen ihm das Leben retteten. Aber nur für drei Jahre.

Denn auch wenn die beiden Brüder sich nicht besonders ähnlich sahen, wiesen sie doch identische Gewebemerkmale auf. Ihre DNA war so wie die von eineiigen Zwillingen. Und gerade das wurde Marco zum Verhängnis: Sein Körper musste zu wenige Abwehrkörper entwickeln, um wirklich gesund zu werden.

Seine Freunde ließen ihn nicht im Stich, auch wenn Marco mittlerweile mit seiner Familie in Lübeck lebte. Kaum einer der früheren Fußballkameraden habe sich von den vielen Kilometern abschrecken lassen.

Und selbst wenn es seinem Bruder richtig schlecht ging, wenn er von der Chemotherapie zu erschöpft war, um noch Besucher sehen zu können, hätte kein einziger Jesberger gemurrt, dass er den langen Weg umsonst zurück gelegt hätte: „Alle wollten nur eines: ihm Mut machen“, sagt Schultz.

Diesen Mut hatte Marco auch bitter nötig. Denn als die Krankheit erneut ausbrach, habe er geahnt, was ihm bevorstand, berichtet sein Bruder. Und das habe er erst recht gewusst, als ihm am Montag voriger Woche die Ärzte sagten, dass sie nichts mehr für ihn tun könnten.

Bis zum letzten Tag

Einen Tag später starb Marco im Alter von 44 Jahren. Er hinterlässt seine Frau Nela und seine drei Kinder im Alter von 18, 7 und drei Jahren, seine Eltern, seinen Bruder und dessen Familie und viele Menschen, deren Freundschaft ihn bis zum letzten Tag begleitete. Dennoch: Die Hilfe all derer, die sich in Jesberg typisieren ließen, sei nicht umsonst gewesen, betont Maik Schultz.

Auch wenn die mehr als 500 Besucher Marco nicht helfen konnten: Vielleicht können sie als Spender das Leben eines anderen Menschen retten.

Die Familie von Marco Schultz wünscht sich das sehr.

Seine Frau Nela bedankt sich bei all denen, die ihrem Mann Mut zusprachen: „Er wollte doch nichts als leben.“

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare