44-Jähriger an Blutkrebs erkrankt

Typisierungsaktion nach Rückfall: Jesberger braucht einen Spender

Ein Bild aus besseren Tagen: Marco Schultz aus Reptich ist an Blutkrebs erkrankt. Am Samstag findet im Jesberger Feuerwehrstützpunkt eine Typisierungsaktion für den 44-Jährigen statt. Foto:  privat

Jesberg. Viele wollen sich am Samstag im Jesberger Feuerwehrstützpunkt registrieren lassen. Denn Marco Schultz hat Blutkrebs. Der 44-Jährige ist zum zweiten Mal erkrankt.

Maik Schultz hatte in den vergangenen Tagen oft eine Gänsehaut: Jedes Mal, wenn der Jesberger Gemeindebrandinspektor hört, wer alles seinem an Blutkrebs erkrankten Bruder helfen will, überläuft es ihn.

Und es sind viele Menschen, die ihren Beitrag leisten wollen, dass der 44-Jährige gesund wird: Bei der Typisierungsaktion, die am Samstag, 14. Mai, im Jesberger Feuerwehrstützpunkt stattfindet, erwartet die Feuerwehr Reptich jede Menge Spender.

Die Organisatoren 

Die Brandschützer aus dem Jesberger Ortsteil haben mit der Organisation der Typisierung absolutes Neuland betreten. Einfach war das nicht, berichtet Maik Schultz, der nicht nur Gemeindebrandinspektor, sondern auch der Bruder des an Blutkrebs erkrankten Marco Schultz ist.

Die Feuerwehrleute haben für die Aktion einen umfangreichen Aufgabenkatalog der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) abarbeiten müssen. Sie haben mit dem Feuerwehrstützpunkt eine entsprechend große Halle gefunden, dafür gesorgt, dass ein Arzt, qualifizierte Blutabnehmer und auch ein Krankenwagen bereitstehen und dass viele Jesberger Kuchen backen, Kaffee kochen, Getränke verkaufen.

Die Motivation 

Das alles bedeutet viel Arbeit - und dass da noch mehr Motivation hinter all den Aktivitäten steht. Marco Schultz hat jahrelang Fußball in der Region gespielt, bevor er vor sechs Jahren mit seiner Frau und seinen drei Kindern aus beruflichen Gründen nach Lübeck zog. Doch in Jesberg gilt nicht das Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“, im Gegenteil. Die Sportler halten ihrem kranken Freund die Treue, besuchen ihn fast jedes Wochenende.

Die Freundschaft 

Das sind viele Kilometer, die die Fußballer regelmäßig bis in die Klinik in Lübeck zurück legen, nur um Marco Schultz zu zeigen, dass er nicht allein und schon gar nicht vergessen ist. „Das ist unglaublich“, sagt Maik Schultz: So etwas funktioniere nur auf dem Dorf. „In der Stadt wäre ein solcher Einsatz gar nicht möglich.“ Und genau dieser Einsatz, berichtet er, sei das, was seinen Bruder stärke und motiviere.

Die Krankheit 

Denn dem gehe es mittlerweile schlecht, er sei jetzt nur noch in der Klinik und habe die zweite Chemotherapie erhalten. Marco Schultz ist bereits das zweite Mal an Blutkrebs erkrankt. Nachdem er nach einer Stammzellspende seines Bruders Maik drei Jahre lang als gesund galt, ist die Krankheit erneut ausgebrochen. Maik kann Marcos Leben verlängern, die Krankheit aber nicht heilen, denn seine Gewebemerkmale sind so identisch wie die eines Zwillings.

Die Helfer 

45 Helfer stehen am Samstag bereit. Es gibt im Feuerwehrstützpunkt Kaffee, Kuchen, Getränke, Gespräche: Und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Jeder ist willkommen, jeder ist wichtig, denn jeder könnte Marcos Retter sein. Los geht es um 11 Uhr. Und wenn um 16 Uhr noch immer Menschen kommen, werden auch die getestet. „Wir schicken niemanden nach Hause“, sagt Maik Schultz. „Da schaut keiner auf die Uhr - Es geht ums Überleben.“

Jeder ist bei der Aktion willkommen 

Die Helfer sind bereit: Am Samstag, 14. Mai, können sich in der Zeit von 11 bis 16 Uhr alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren im Feuerwehrstützpunkt Jesberg registrieren lassen.

Die Typisierung ist einfach und alles andere als eine langwierige oder gar schmerzhafte Prozedur : Der Spender füllt eine Einverständniserklärung aus und lässt sich fünf Milliliter Blut abnehmen - das war’s. Die Probe wird dann im Labor bestimmt. Um sie zu finanzieren, baut die DKMS auf Spenden.

Konto: IBAN DE94513900 000048837107

BIC VBMHDE5FXXX

www.dkms.de

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Quelle: HNA

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