Viertes Storchenpaar brütet auf Kirchturm – Pfarrer hofft auf mehr Taufen

Maria und Josef sind da

Im Anflug: Der Storch Josef fliegt zu seinem Nest. Mit seiner Storchenfrau Maria ist er auf dem Glockenturm der Katholischen Kirche in Wabern eingezogen. Fotos: Jessica Bassing

Wabern. Wabern hat sein viertes Storchenpaar. Auf dem Glockenturm der Katholischen Kirche St. Wigbert haben sich die Störche niedergelassen, die nun Maria und Josef genannt werden. „Das Paar fing relativ früh an zu brüten“, berichtete Bürgermeister Günter Jung, der ein besonderes Faible für Störche hat. Nach einer Brutzeit von 34 Tagen werden die beiden zwei bis vier Jungstörche zur Welt bringen.

Es gibt allerdings ein Problem: „Das Dach des Turms besteht aus glattem Kupferblech“, erklärte Jung. Deshalb sei es nötig eine Nisthilfe anbringen, damit das Nest stabiler wird. Wenn dies nicht geschehe, würde das Nest weggefegt werden, erläuterte Pfarrer Jörg Stefan Schütz, der auch für Wabern zuständig ist. Nun soll die Nisthilfe so bald wie möglich auf den Turm kommen. Jung geht davon aus, dass sich die Kosten auf weniger als 2000 Euro belaufen werden. Schütz und Jung verabredeten eine Rückbauverpflichtung, falls die Nisthilfe, die die fünfte in Wabern wäre, nicht mehr genutzt würde.

Anwohner in Wabern hatten Bedenken geäußert, dass der bisher unbewohnte Glockenturm durch das Läuten, die Störche verschrecken könnte. Nach Meinung des Bürgermeisters sei dies aber nicht der Fall: „Die Störche brauchen einen gewissen Geräuschpegel, um sich wohl zu fühlen.“

Optimaler Brutplatz

Über die Gründe, warum sich die ganzen Paare gerade in Wabern niederlassen würden, kann Jung nur mutmaßen. Seiner Ansicht nach ist das Beuteschema der Vögel sowie die flache Umgebung von Bedeutung. Alle Storchennester lägen an Flüssen oder Teichen. Außerdem befänden sich die Nester zwischen zwei Tälern, dem Eder- und dem Schwalmtal.

Normalerweise jedoch, weiß Jung, benötige ein Storchenpaar 250 Hektar Feuchtwiesen für die Nahrungssuche rund um seinen Standort. In Wabern und Umgebung gebe es aber nur um die 100 Hektar für die vier Storchenpaare. „Damit kommen sie aber alle gut aus“, sagt Jung.

Für den Bürgermeister ist es keine Frage, warum sich die Gemeinde für die schwarz-weißen Vögel einsetzen soll. Der leidenschaftliche Storchenbeobachter sagt: „Vier Storchenpaare sind ein enormer Imagegewinn für unsere Gemeinde.“

Und Pfarrer Jörg Stefan Schütz merkte mit einem Lächeln an: „Vielleicht gibt es ja dann wieder mehr Taufen in Wabern. Ich würde mich jedenfalls darüber freuen.“

Von Marcel Schmidt

Quelle: HNA

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