Mitgliedertreffen der Homberg-Facebookgruppe: Marktplatz statt Internet

Gruppenbild mit Philipp: Mitglieder der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Homberg, wenn…“ trafen sich am Samstag in der Kreisstadt. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. „Erinnert ihr euch noch an die Telefonzelle an der Drehscheibe? Kaum zu glauben, aber wir sind tatsächlich auch ohne Handy und Laptop groß geworden.“ „Ja – und statt Burger und Döner gab’s früher Mohrenkopf-Knetschbrötchen und Kakao vom Milchpilz.“

Viele Erinnerungen wurden am Samstag ausgetauscht, als sich rund zwei Dutzend Mitglieder der Facebook-Internetgruppe „Du kommst aus Homberg, wenn…“ sich persönlich auf dem Homberger Marktplatz trafen.

Aus ganz Deutschland in ihre frühere Heimat gereist, erlebten einige von ihnen geradezu rührende Szenen: So traf der in der Homberger Kreuzgasse geborene und seit den 70er-Jahren im Rheinland beheimatete Holger Wichart nach 40 Jahren wieder auf Traudel Großkopf. Sie war in der Pfarrstraße aufgewachsen und ging ebenfalls vor mehr als vier Jahrzehnten aus beruflichen Gründen in die Pfalz. Dort steht sie noch heute im Dienst der US Air Force auf dem Militärflughafen Ramstein.

„Unter dem Spitznamen Specht war ich früher der schlimmste Rowdy in ganz Homberg“, erzählt die heute 63-jährige schmunzelnd und erinnert sich gern zurück: „Wenn die Schule aus war, flog der Ranzen in die Ecke und es ging zum Schlossberg, ins Schwimmbad – oder wir Kinder halfen beim Bauer Schott Rüben vereinzeln – für 80 Pfennig pro Reihe.“

Neben alten Bekanntschaften kam es bei der Offline-Zusammenkunft auch zu zahlreichen erstmaligen Begegnungen: Ester Gräbler, die die Facebook-Gruppe vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen hatte, kannte zunächst kaum einen der Anwesenden persönlich. Sie kam aus Südniedersachsen in ihre ehemalige Heimat zurück und sieht Homberg inzwischen mit anderen Augen: „Homberg ist ein unglaublich attraktives Städtchen. Schade nur, dass es regelrecht tot geredet wird. Das ist es nämlich gar nicht.“

Dennoch war beim Facebook-Treffen die oft kritisierte bürgerliche Reserviertheit zu spüren, denn tatsächlich fanden sich nur wenige in Homberg lebende Mitglieder beim Treffen vor Ort ein. Anne Illinger und Sonja Benzing gehörten zu denjenigen, die durch ihre Teilnahme ihre Heimatverbundenheit ausdrücken wollten. Beide waren vor Ort dabei und sind auch Teil der Facebook-Gruppe. (zse)

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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