Markus Boucsein kandidiert für das Amt des Bürgermeisters

Gerne am Herd: Markus Boucsein ist leidenschaftlicher Koch. Seine Küche macht daher richtig was her. Foto: Dewert

Melsungen. Markus Boucsein ist ein Mann der leisen Töne. Das heißt aber nicht, dass er nicht auch ein streitbarer Mensch ist. „Ich komme aus einer politischen Familie. Wir haben zu Hause viel geredet und diskutiert“, sagt der 49-Jährige.

Es ist ihm wichtig, als Kandidat für das Melsunger Bürgermeisteramt ernst genommen zu werden. „Ich bin nicht einfach eines Morgens aufgewacht und habe gedacht, werde ich mal Bürgermeister.“ Genauso wenig wolle er sich im trojanischen Pferd der CDU ins Rathaus schieben lassen.

„Ich bin Melsunger. Durch und durch.“ Und er wolle zum Wohl der Stadt Bürgermeister werden. „Mit Idealismus und Herzblut.“

Verwaltung ist gut aufgestellt

Es gebe Defizite in der Stadt und er wolle helfen, diese zu beheben, sagt er, während er in seiner offenen Fachwerkküche im Herzen der Altstadt sitzt. Zum Beispiel in der Außendarstellung der Stadt. Das klinge auf dem Papier alles gut, aber hinter den Kulissen sehe es schon anders aus. Außer B. Braun bleibe nicht viel. Der Bundesliga-Handballclub spiele nicht mal in Melsungen und das Angebot für Übernachtungsgäste sei bescheiden.

Boucsein ist begeistert, gestikuliert und entwirft während des Erzählens Visionen. Aber er ist auch einer, der keine kommunalpolitische Erfahrung mitbringt. „Das muss kein Nachteil sein. Die Verwaltung ist gut aufgestellt.“

Angst vor dem Alltagsgeschäft habe er nicht. Er wisse auch, dass seine Tätigkeit nicht nur aus dem Entwerfen von Ideen bestehen würde und Entscheidungen dem politischen Mehrheitswillen unterlägen. „Da kann es von Vorteil sein, dass ich parteilos bin. Ich sammele Mehrheiten.“ Nach 23 Jahren in der Medien-Branche und Erfahrung bei B. Braun, glaube er, dicke Bretter bohren zu können. Auch wirtschaftliches Verständnis bringe er mit. Beleuchtete Wege zum Joggen, andere Konzepte zur touristischen Vermarktung, Integration und demografischer Wandel, er habe sich einiges überlegt, was er angehen möchte. Seine Chance sei gut, sagt er und zeigt dabei seine Wahl-Flyer.

Wert hat er darauf gelegt, dass seine Frau Petra voll hinter ihm steht.

Beide sind leidenschaftliche Weintrinker und Wohnmobilisten. „Ja“, sagt er und lacht. Man müsse das schon mögen, das sei nichts für jedermann. „Wir sind beide gerne mobil, wenn’s uns nicht gefällt, ziehen wir weiter“, sagt er. Seiner Heimat Melsungen ist er dabei treu geblieben: nach dem Studium in Göttingen ging es zurück.

Von Damai D. Dewert

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Quelle: HNA

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