Marlen Riemann bekam das Bundesverdienstkreuz

Marlen Riemann

Guxhagen. Eine ihrer größten Errungenschaften war die Bücherei-Gründung. Sie hat stets ein offenes Ohr für die Gemeinde.

„Marlen Riemann ist eine Brückenbauerin, eine Familienmanagerin mit einer ganzen Gemeinde als Familie“, sagte Staatssekretär Mark Weinmeister bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die 1943 geborene Guxhagenerin.

Ihr Leben lang hat sie ihre Tätigkeiten vereint, ihr politisches Engagement mit dem kirchlichen und ihrem Vereinsleben und stets war sie darum bemüht, zur Verständigung beizutragen. Für diese Hingabe an ihre Gemeinde und deren Mitglieder erhielt sie nun in der Klosterkirche Breitenau das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Als Küsterin hat Riemann jahrelang sowohl für die Winterkirche als auch für die Klosterkirche gearbeitet, so war diese natürlich auch der geeignetste Ort für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Etwa 100 Gemeindemitglieder hatten sich dort versammelt, um an dieser Ehrung teilzunehmen. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viel die gebürtige Guxhagenerin für die Gemeinde getan hat. „Marlen hat sich schon früh für die aktive Mitgestaltung der Gemeinde politisch sowie kirchlich eingesetzt“, sagte Bürgermeister Edgar Slawik.

Noch bevor sie 30 Jahre alt wurde, wurde sie zum Kirchenvorstandsmitglied gewählt und war 26 Jahre als Ortsvorsteherin tätig. Ebenso war sie Mitglied im Ortsbeirat und Teil der Gemeindevertretung.

Mit ihrer Position als Frau in den Gremien des Ortes war sie lange allein und somit Wegbereiterin für andere Frauen in politischen Angelegenheiten.

Eine ihrer größten Errungenschaften für den Ort war sicherlich die Gemeindebücherei, die sie ins Leben gerufen hat. „Da ihr selbst trotz der Möglichkeit eines Stipendiums eine Hochschulausbildung verwehrt geblieben ist, hat sie sich immer sehr für die Bildung unserer Jugend eingesetzt“, sagte Landrat Winfried Becker.

Doch nicht nur für die Jugend hatte sie ein offenes Ohr. Bis heute ist sie bei jedem Jubiläum aber auch bei den traurigen Anlässen anwesend und kümmert sich mit Hingabe um die Belange der älteren Gemeindemitglieder. „Ich habe selten einen Menschen erlebt, der so viel Liebe und Wärme in sein Tun und Wirken legt“, sagte Pfarrer Frithjof Tümmler. Wie sehr die Gemeinde dies schätzt, zeigte sich auch bei der Verleihung des Verdienstordens. Kaum einer blieb auf seinem Platz sitzen und es gab viel Applaus.

Da sie sonst selbst immer viel organisierte, fiel es der Geehrten recht schwer, für ihre eigene Feier nichts zu tun. „Trotzdem war ich heute eine Stunde vorher in aller Gelassenheit da, wie ich es auch sonst immer war“, sagte Riemann lachend.

Denn auch wenn sie sich zurücknehmen musste, bleibt sie ihrer Genauigkeit und Freude an ihren Tätigkeiten treu.

Quelle: HNA

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