Kunstweg 49a: Autobahngegner installieren achtes Objekt an der geplanten Trasse

Marterpfahl als Mahnung

Kunstwerk zwischen Schlierbach und Elnrode: Künstler Bernd Gumpfer hat die Skulptur für den Kunstweg 49a entworfen

Schlierbach. Die Initiative Schwalm ohne Autobahn setzt sichtbare Zeichen gegen den Autobahnbau: Und zwar mit der Aktion Kunstweg 49a. Sieben Objekte und Skulpturen stehen bereits entlang der geplanten Trasse, das achte wurde am Sonntagvormittag oberhalb von Schlierbach in Richtung Elnrode installiert.

„Noch bleibt uns Zeit, Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagte Initiator Jörg Haafke. Das Mahnmal, das von der Straße aus gut sichtbar ist, hat der Schlierbacher Künstler Bernd Gumpfer erarbeitet. Seinen Platz hat die Holzskulptur in exponierter Lage bekommen. „Direkt gegenüber dem Brücken-Torso aus der vormaligen A49-Realisierungsphase“, erklärte Haafke.

Pflanzung von Winterlinden

Etabliert hat sich auch die Pflanzung so genannter Hoffnungsbäume – eine solche Winterlinde haben die Autobahngegner auch oberhalb von Schlierbach angepflanzt. Besonders für Schlierbach werde die Autobahn eklatante Folgen haben, erklärten die Organisatoren. „Das wird hier der doppelte Hamburger: Zum einen wird der Ort nach wie vor als Zubringer durchfahren, zum anderen verläuft direkt oberhalb des Dorfes die Trasse“, erklärte Jörg Haafke.

Bernd Gumpfer hat sich mit dem Thema künstlerisch auseinander gesetzt: Ein blutroter Pfahl symbolisiert die rote Erde, durch die sich „der Wahnsinn“ hindurchschlängelt. Wie eine Schlange – dargestellt in tiefem Schwarz, dunkel und bedrohlich – rankt sich deren schwerer Körper um die Skulptur und mündet schließlich in einen Kopf. „Was bleibt ist der hohle Blick der Menschen, die diesem Wahnsinn ausgesetzt sind“, sagte Gumpfer.

Die Augen habe er deshalb ganz bewusst so gewählt, dass sie reflektieren. „Jeder, der sie mit dem Scheinwerfer einfängt, dem leuchten sie mahnend hinterher“, erklärte der Künstler. Sollte der Autobahnausbau realisiert werden, sei sein Haus quasi Schallschutz fürs Dorf. „Ich hoffe sehr, dass es bei einem Versuch bleibt. Die Autobahn wäre der Tod für dieses Tal.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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