Maschinenring Schwalm-Eder kontrolliert Düngung mit Klärschlamm

Maschinenring Schwalm-Eder kontrolliert Düngung mit Klärschlamm

Krümelig: Dr. Harald Bräutigam vom Maschinenring, links, und Landwirt Dieter Pfaar aus Niedenstein zeigen Klärschlamm.

Schwalm-Eder. Phosphor ist einer der wichtigsten Nährstoffe für das Pflanzenwachstum und teilweise in großen Mengen im Klärschlamm enthalten. „Phosphat ist ein endlicher Rohstoff, und der Preis hat sich in den vergangenen Jahren fast verdoppelt“, sagt Dr. Harald Bräutigam, Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder.

Über den Maschinenring werden fast 40 Prozent des Klärschlamms im Landkreis als Dünger ausgebracht. Der Maschinenring kontrolliert die Prüfberichte über den Klärschlamm und veranlasst Bodenproben bei den Landwirten.

„Es gibt sehr strenge Vorschriften, wenn man Klärschlamm als Dünger ausbringen will“, sagt Bräutigam. Aber auch der Maschinenring sei nicht vorbehaltlos für den Einsatz der Schlämme. „Wir weisen die Landwirte immer auf die Risiken hin. Denn tatsächlich können unerwünschte Stoffe enthalten sein.“ Die Landwirte bekämen von den Kommunen zwar Geld für den Klärschlamm, trügen aber auch ein Vermarktungsrisiko. Zum Beispiel nähmen Müller kein Getreide von Feldern, die mit Klärschlamm gedüngt wurden. Das Getreide von Feldern, auf die Klärschlamm ausgebracht wurde, komme im Landkreis meist als Tierfutter oder zur Produktion von Bioethanol zum Einsatz.

„Die Vorgaben sind so streng, dass wir keine Gefahr sehen, das sich Schwermetalle zu schädlichen Konzentrationen im Boden anreichern“, sagt Wolfgang Laus, beim Maschinenring zuständig für den Klärschlamm. Gesundheitlich sehe man überhaupt kein Problem für die Menschen.

Aber auch der Maschinenring spreche sich für ein Verschärfung der Grenzwerte aus, ergänzt Bräutigam. Nach der neuen Verordnung dürfte nur noch etwa ein Fünftel der Schlämme ausgebracht werden, der Rest liege über den Werten. „Dies ist aber meistens nur bei Nickel der Fall“, schränkt Bräutigam ein. Die Verschärfung sei aber ein Schutz für Verbraucher und Landwirte. Aber schon jetzt werde kein Dünger so gründlich untersucht wie Klärschlamm, sagt Laus.

Beim Amt für Landwirtschaft in Fritzlar wird ein Kataster geführt, auf welchen Flächen Klärschlamm zum Einsatz kommt. Landwirte dürfen maximal bis zu fünf Tonnen je Hektar innerhalb von drei Jahren ausbringen. Amtschef Heinz-Dieter Ohm ist kein Befürworter des Klärschlamms. „Wenn es politisch gewollt ist, sorgen wir für die Umsetzung“, sagt er. Auch wenn Phosphat ein wertvoller Rohstoff sei, könnten zu viele unbekannte Stoffe enthalten sein.

Quelle: HNA

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