2010 wurde kein einziger Fall der Infektionskrankheit registriert

Masern im Schwalm-Eder-Kreis: Mehr Eltern lassen Kinder impfen

Schwalm-Eder. Es ist eine moralische Pflicht, seine Kinder gegen Masern zu impfen. Davon ist Dr. Martin Glück, Kinderarzt aus Fritzlar, überzeugt. Denn die Kinderkrankheit ist in Hessen wieder auf dem Vormarsch.

54 Masern-Fälle wurden beim Sozialministerium von Januar bis April 2011 registriert - 2010 waren es nur 31. Besonders betroffen seien Jugendliche und junge Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz.

Im Schwalm-Eder-Kreis besteht jedoch kein Grund zur Sorge. 2010 gab es keinen einzigen registrierten Fall. Nach Angabe von Dr. Glück sind 96 Prozent aller Kinder in Fritzlar gegen Masern geimpft. Seine Kollegin, Dr. Astrid Warneke aus Borken, hatte ebenfalls noch keine Masern-Fälle in ihrer Praxis. „Mehr als 90 Prozent der Eltern sind von der Impfung überzeugt“, sagt die Kinderärztin.

Eine allgemeine Impfmüdigkeit gibt es nach Ansicht von Dr. Ulrike Torunsky-Canaviri im Landkreis nicht. Sie ist im Gesundheitsamt für die Schuleingangsuntersuchungen verantwortlich. Durch gezielte Aufklärung sei die Durchimpfungsquote in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert worden: „2010 waren 90 Prozent aller Achtklässler geimpft“, erklärt die Ärztin. 1998 seien es nur 20 Prozent gewesen. Um eine Ausrottung der Masern zu erreichen, müsste die Quote jedoch bei 95 Prozent liegen. „Daran arbeiten wir“, sagt Dr. Torunsky-Canaviri.

Es gibt jedoch auch Eltern, die Impfungen generell ablehnen. „Ein Prozent aller Schulanfänger sind gegen keine Krankheit geimpft“, stellt Dr. Torunsky-Canaviri fest. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht, auch nicht bei privaten Einrichtungen. „Wir stellen es den Eltern frei, ob sie ihre Kinder impfen lassen“, berichtet etwa Dorothee Schäfer von der evangelischen Kindertagesstätte „Zur Kinderarche“ in Fritzlar. Kranke Kinder müssten aber immer Zuhause bleiben.

Quelle: HNA

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