Nach Gebührenanpassung

Massiver Protest gegen Bad Emstals Kita-Politik

Bad Emstal. Der Gemeinde Bad Emstal laufen die Kinder weg: Nach der Gebührenanpassung für die Kindergärten vor den Ferien mit teils deutlichen Erhöhungen gab es zahlreiche Ab- und Ummeldungen.

Von bisher 40 Kindern der Kita Zwergenhöhle sind laut Elternbeiräten derzeit noch elf ganztags anwesend, sieben Kinder wurden bereits bei anderen Einrichtungen außerhalb der Gemeinde angemeldet.

Hinzu kommt nach Aussage weiterer Eltern, dass seit der Übernahme der Kitas durch das DRK im Jahr 2010 offenbar massive Probleme innerhalb des Personals bestehen. Eine langjährige Erzieherin der Zwergenhöhle habe kürzlich gekündigt, eine Ergänzungskraft wechselte aufgrund eines Erzieherinnen-Ausfalles in einem anderen Kindergarten.

Stephanie Lachmann aus Sand vertritt die Meinung vieler Eltern und sagt: „Es herrscht immer noch eine große Wut gegenüber der Gemeinde und der Art und Weise der Gebührenerhöhungen.“ Man habe gewusst, dass eine Erhöhung erfolge und auch Verständnis dafür, sagt die 37-jährige Elternbeirätin.

Unlösbare Probleme

Doch derart kurzfristig habe das viele Eltern vor teils unlösbare Probleme gestellt. Abgesehen vom finanziellen Aspekt hätten zahlreiche Eltern ihre komplette Betreuungsplanung umstellen müssen. Familien ohne Großeltern oder Freunde seien bei der Betreuung deshalb aufgeschmissen. Patricia Markworth sagt: „Das ist familienunfreundliche Politik, unter der die Lebensqualität leidet. Das schreckt andere Familien ab, nach Bad Emstal zu ziehen.“ Markworth, ebenfalls im Elternbeirat tätig, befürchtet außerdem, dass weniger Kinder auch mittelfristig noch höhere Gebühren verursachen werden.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer und das DRK waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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