Pädagoge mit Bio im Herz

Dr. Matthias Bohn wird neuer Schulleiter an Gesamtschule

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Schelmisches Lächeln: Dr. Matthias Bohn wird ab dem 1. Februar neuer Schulleiter an der Gesamtschule Melsungen. Im Bild sitzt er zwischen einem Mikroskop und einem DNA-Modell.

Melsungen. Matthias Bohn lächelt verschmitzt. Der promovierte Biologe wird neuer Schulleiter an der Gesamtschule Melsungen. Die gemeinsame Schulerkundung könnte auch die Vorbereitung für einen ausgeklügelten Streich sein.

Dem 46-Jährigen Melsunger mangelt es trotz des Schalks, der aus seinen Augen schaut, nicht an Ernsthaftigkeit und vor allem nicht an Anspruch.

"Ich erbringe einen Dienst für die Schüler, die Eltern aber auch für die Stadt", sagt der dreifache Vater. Er wolle die Gesamtschule zu der Schule in Melsungen machen. "Wir haben in der Stadt fantastische Schüler. Die wollen und müssen wir hier halten", sagt er.

Bis zuletzt war er stellvertretender Schulleiter der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen. In Melsungen tritt er am 1. Februar die Nachfolge von Volker Wiegand an.

Die Gymnasiasten würden bestens auf den Übergang zur Geschwister-Scholl-Schule vorbereitet und die Schüler des Real- und Hauptschulzweigs müssten alle Voraussetzungen mitbringen, am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.

Bohn positioniert sich klar zur Entscheidung der Schule, zu G9, also zur längeren Mittelstufe, zurückzukehren. "Ich bin froh, dass das Kollegium eine Umfrage unter den Eltern der Grundschule gemacht hat", sagt er. Das Ergebnis war eindeutig. Nur drei von 124 Eltern wollten einen verkürzten Weg zum Abitur. "Wir werden natürlich anbieten, was gewünscht wird", sagt der Biologie- und Englisch-Lehrer.

An einer Gesamtschule gebe es auch Durchlässigkeit nach oben, die sei mit G9 sicher besser beziehungsweise überhaupt möglich.

Schüler dürften von Misserfolgen nicht frustriert sein. "Wir müssen den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sie keine Versager sind." Für die Schüler möchte er ein verlässlicher und nachvollziehbarer Pädagoge sein. Dabei habe er feste Standpunkte, auch wenn er privat gerne rutscht oder besser gleitet. Bohn ist passionierter Wintersportler. Über den Schnee freut er sich vorbehaltlos. Auch wenn er noch einige Wochen nach Bad Arolsen pendelt um an 1,5 Tagen in der Woche dort eine Klasse bis zum Abitur zu betreuen: "Ich rutsche lieber mit dem Auto, als keinen Schnee zu haben", sagt er und lacht.

Seine Kinderjahre habe er - meist auf Skiern - mit den Eltern in der Rhön verbracht. Diese Liebe zum Alpinen teilen seine Frau und die drei Töchter. Einzig sein anderer männlicher Unterstützer in der Familie - Hund Coffy - ist kein Abfahrtsfreund.

Beruflich und privat schätze er eine Atmosphäre in der Entfaltung möglich ist. Für Bohn ist es das dritte Mal, dass er an die GSM kommt: 1976 als Schüler, 2002 als Lehrer und Vater und eben jetzt 2013 als Schulleiter. "Ich kann mir gut vorstellen, dass es diesmal für eine lange Zeit ist."

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Quelle: HNA

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