Interview über Fußball-Trainer und Spieler

Matze Knop tritt in Wolfhagen auf: „Pep Guardiola war ein Geschenk“

Gibt heute den Guardiola: Matze Knop.

Kassel. Es gibt kaum einen Fußballer, den er noch nicht parodiert hat: Matze Knop ist mal Pep Guardiola, mal Jürgen Klopp.

Am Freitagabend gastiert er aber erst einmal mit seinem Programm „Diagnose Dicke Hose“ im Kulturzelt Wolfhagen. Beginn ist um 20 Uhr. Im Gespräch verrät Knop auch, auf wen sich die Zuschauer freuen dürfen.

Herr Knop, sind Sie eigentlich traurig, dass Pep Guardiola den FC Bayern verlassen hat?

Matze Knop: Auf jeden Fall. Ich bin immer traurig, wenn einer geht, den ich parodiere. Auch wenn Pep Guardiola eigentlich relativ wenig von sich preis gegeben hat, war er für mich als Parodisten ein Geschenk. Der parodierte Guardiola kam auch sehr gut an bei den Leuten.

Was hat dieser Pep Guardiola für Sie denn so interessant gemacht?

Knop: Guardiola war sehr spanisch, oder besser gesagt: sehr katalanisch. Er war immer top angezogen, hat viel mit seinen Händen gearbeitet. Wenn er gesprochen hat, dann hat er sich die Glatze gekratzt und die Wange getätschelt, das war schon sehr interessant. Hinzu kommt sein grandioses Deutsch, das er für seinen Job bei den Bayern gelernt hat. Und ich sag mal so: Sein bestes Deutsch hat er bei seiner ersten Pressekonferenz vor drei Jahren gesprochen. Danach wurde es eher schlechter.

Jetzt kommt Carlo Ancelotti zu den Bayern. Ist er für einen Parodisten der perfekte Nachfolger von Guardiola - zum Beispiel, was das Deutsch anbelangt?

Knop: Ich denke schon. Da werde ich vielleicht meine Luca-Toni-Parodie recyclen können, weil er dieses Deutsch-Italienisch sprechen wird. Vom Typ her wird er natürlich komplett anders sein als Guardiola. Er soll ja eher so der Papa sein für die Spieler: der gemütliche, Wein trinkende, Pizza essende Italiener. Vielleicht holen die Bayern mit ihm sogar die Champions League, weil er im entscheidenden Moment die nötige Lockerheit ausstrahlt. Die hatte Guardiola ja gerade nicht.

Befassen Sie sich schon mit Ancelotti, zumal er in Ihrer Heimatstadt Lippstadt seinen ersten Einsatz für die Bayern haben wird?

Knop: Nein, aber wenn er im Juli beginnt, wird die Perücke auf jeden Fall fertig sein. Der Maskenbildner sitzt schon dran. Und ich muss dann schauen, wie er hier auftritt, welche Sprache er spricht. Bevor ich das nicht weiß, macht es wenig Sinn, schon zu üben.

Neben der Perücke brauchen Sie aber auch noch ein bisschen Bauchmasse.

Knop: Das stimmt. Ich habe heute Mittag auch extra Nudeln gegessen. Von daher bin ich auf einem guten Weg. Figurtechnisch passte Guardiola aber natürlich besser, auch wenn er sehr schmächtig ist.

Jetzt steht erst einmal die Europameisterschaft an. Gibt es aus Sicht des Parodisten einen Lieblingsnationalspieler?

Knop: Thomas Müller gibt optisch nicht so viel her, aber er liefert immer Vorlagen, weil er sehr witzig ist. Mats Hummels rückt als künftiger Bayern-Spieler noch mehr in den Fokus. Poldi ist immer gut, wenn er dabei ist. Er bietet Gag-Potenzial - wie im Übrigen auch Mario Gomez. 2008 etwa hat er eine Vorlage nach der nächsten geliefert. Damals hat er ja das Tor aus zwei Metern nicht getroffen, aber die ISS-Station. Ansonsten schauen wir mal, wer von den Neuen etwas liefert.

Wer hat von den jungen Wilden am ehesten Potenzial, von Ihnen nachgemacht zu werden?

Knop: Leroy Sané bringt mit seinem Wuschelhaar natürlich optisch die besten Voraussetzungen mit, wobei er gerade für den Maskenbildner eine Herausforderung wäre. Er ist aber sehr, sehr jung. Da müssen sie bei mir schon sehr viel Antifaltencreme verwenden, um das hinzubekommen.

Jogi Löw hat erwähnt, dass er die meiste Zeit Bundestrainer gewesen ist. Das bedeutet, dass er maximal noch neun Jahre im Amt ist. Wen würden Sie sich als Nachfolger wünschen?

Knop: Louis van Gaal fände ich nicht schlecht. Der hat ja gerade auch wieder Zeit. Das wäre eine Sensation für mich als Parodisten, aber schlecht für die Nationalmannschaft und deren Qualifikation für große Turniere. Das kriegen ja Holländer in der Regel nicht so hin. Ansonsten: Diego Maradona.

Das wäre sicherlich ein großes Vergnügen. Vielen Dank und viel Spaß in Wolfhagen.

Knop: Vielen Dank, da wird der Pep Guardiola auf jeden Fall noch einmal zu hören sein. Denn, das habe ich damals bei Luca Toni schon festgestellt, als ich dachte, den interessiert nach seinem Weggang aus Deutschland keiner mehr: Pustekuchen. Zwei Jahre später waren immer noch irgendwelche Frauen im Publikum, die gefragt haben: Wann kommt denn der Luca Toni? Von daher kann man Guardiola jetzt auf alle Fälle noch parodieren - in Wolfhagen allemal.

Tickets: Für den Auftritt von Matze Knop am Freitag (20 Uhr) im Kulturzelt Wolfhagen gibt es noch Karten für 30,80 Euro. Sie sind in den HNA-Geschäftsstellen und an der Abendkasse in Wolfhagen erhältlich.

Quelle: HNA

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