Geschäftsführer zu Plänen einer Anlage in Homberg

Pyrolyse-Unternehmen TPL: Maximal 30 Arbeitsplätze könnten entstehen

Rückgewinnung: Aus Altreifen wird bei der Pyrolyse zum Beispiel ein Gummigranulat gewonnen. In Homberg könnte eine Pyrolyse-Anlage entstehen. Foto: dpa

Homberg. Die Pläne für eine Pyrolyse-Anlage auf dem ehemaligen Kasernengelände in Homberg hat Dr. Eckhart Pelz quasi in der Schreibtischschublade. Allerdings scheinen sie derzeit nicht obenauf zu liegen.

„Es hängt noch von verschiedenen Bedingungen ab, ob wir diese Pläne auch umsetzen“, sagt Pelz, Geschäftsführer der Thermolyte Prozess Lübbenau GmbH (TPL) in Zeißig im HNA-Gespräch. Er war bereits in Homberg, habe sich das Gelände angesehen und unter anderem Gespräche mit dem Bürgermeister geführt.

Die Umwidmung des Geländes in ein Industriegebiet, die Höhe der Fördermittel und die Genehmigung der Pyrolyseanlage – das seien die drei wichtigsten Faktoren. Sollte all das klappen, dann könne er sich vorstellen, in Homberg Industriewerkstoffe, wie zum Beispiel Gummigranulat aus Altreifen, Füllstoff (Carbon Black) sowie Pyrolyseöl herzustellen.

In Homberg würde er dann eine eigene Betriebsgesellschaft gründen. „18 bis maximal 30 Arbeitsplätze im Schichtdienst könnten dadurch entstehen“, sagt Pelz. Bislang sprach Bürgermeister Martin Wagner von 70 Arbeitsplätzen, die durch die Ansiedelung der Pyrolyse-Anlage entstehen könnte (wir berichteten). Mit insgesamt über 100 Arbeitsplätzen wird auch auf CDU-Plakaten in der Kreisstadt geworben. Diese Zahl wird wohl nach unten korrigiert werden müssen.

„Wenn alles geklärt ist, dauert es mindestens ein Jahr, bis wir starten können“, sagt Pelz. Das hänge aber auch davon ab, ob die Produktion in den vorhandenen Hallen stattfinden kann. „Falls nicht, müssen wir sie abreißen und neue bauen“, sagt er. Dann dauere es länger. Insgesamt würde er in Homberg pro Anlage etwa 6 Millionen Euro investieren. Zwei Anlagen seien geplant. „Anders rechnet es sich nicht.“ Sorge davor, dass die umfangreichen Genehmigungsverfahren ein Problem werden könnten, hat Pelz nicht. „Es ist natürlich nicht einfach und es wird genau hingesehen, was auch gut so ist, aber wir sind auf der sicheren Seite“, erklärt er. Neu sei, dass auch das Kreislaufwirtschaftsgesetz bei der Genehmigung eine Rolle spiele. „Wir verbrennen nichts, wir verwerten“, fügt er an. Das sei ein großer Vorteil.

Die Vorteile für die Kreisstadt als Standort liegen für Pelz auf der Hand: „Es gibt ringsum Betriebe, die Reifen sammeln“, erklärt er. Darauf sei seine Firma angewiesen. Außerdem liege Homberg mitten in Deutschland. Und: Man müsse als Unternehmer nicht viel investieren. „Es ist schon alles da“, sagt er mit Blick auf das ehemalige Kasernengelände. Er verstehe nicht, dass daraus nicht längst ein Gewerbegebiet gemacht wurde. Pelz ist auf die Stadt durch einen Bekannten aufmerksam geworden, der in Homberg lebt.

In seinem Unternehmen in Zeißig sei der Probebetrieb nun abgeschlossen. „Der Prozess läuft gut“, sagt Pelz und freut sich darüber. Seit 2009 wird dort Pyrolyse betrieben. 18 Beschäftigte arbeiten dort. Von dieser Erfahrung könne man in einem neuen Werk profitieren.

Quelle: HNA

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