Fokus auf dem Thema Schlaganfall

Hephata-Festtage: Medizin, ernst bis heiter

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Schwalmstadt. Die Hephata-Festtage wurden dieses Mal im Hephata-Gesundheitszentrum eröffnet: Denn dort hatte man allen Grund zum Feiern. Vor zehn Jahren öffnete das Ärztehaus seine Türen für Patienten.

Apotheker Bernd Adam und die ansässigen Ärzte und Geschäftsleute hatten die Idee, den Festakt im lichtdurchfluteten Atrium zu gestalten.

Für Saxophon- und Klavierklänge sorgte das Ehepaar Grebe. Begrüßt wurden die Gäste von Direktor Maik Dietrich-Gibhardt, der die große Schar der Gratulanten - Mitarbeitende, Partner sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft - willkommen hieß. Das Zentrum biete durch die kurzen Wege und durch die Möglichkeit der Vernetzung viel von dem, was für alle ausgesprochen wichtig sei, erklärte Dietrich-Gibhardt: „Unterstützung beim Gesundbleiben oder Gesundwerden.“

22. Hephata-Festtage in Treysa

Auch Bürgermeister Dr. Gerald Näser unterstrich, dass das Zentrum von Anfang an sehr gut angenommen worden sei. Seit bereits 25 Jahren besteht die nebenan gelegene Hephata-Fachklinik für Neurologie und Psychiatrie.

Chefarzt Dr. Bernd Schade klärte in einem Vortrag über das Thema „Schlaganfall - ein Notfall?“ auf. 23.592 Menschen erlitten 2013 in Hessen einen Schlaganfall, davon 900 im Kreis. 25 Prozent der Patienten würden in Hephata behandelt, erklärte Schade. Der Mediziner empfahl, jegliche Alarmzeichen eines drohenden Schlaganfalls - Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl, Sprach- und Sehstörungen - ernst zu nehmen. Besonders gefährdet seien Menschen mit Bluthochdruck. Klar machte Schade, dass jeder Schlaganfall ein Notfall sei: „Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden können noch Nervenzellen gerettet werden.“ Das geschehe in der Klinik mit der so genannten Lysebehandlung. Durch ein interdisziplinäre Team und eine engmaschige Überprüfung in den ersten 48 Stunden könnten etwa 50 Prozent der Patienten mit geringen Symptomen als Folgen eines Schlaganfalls entlassen werden.

Hephata sei ein modernes Behandlungszentrum. „Und die Rettungskette im Kreis funktioniert“, sagte Schade. Vorrangiges Ziel sei die Aufklärung über Symptome: „Ein Schlaganfall kann auch ganz leise sein. Bei den ersten Anzeichen sollte man das bedenken.“

Arzt und Kabarettist Dr. Lüder Wohlenberg

Auf das ernste folgte - wie im Leben oft auch - ein heiteres Thema: Arzt und Kabarettist Dr. Lüder Wohlenberg nahm als „Profi-Patient“ im schnoddrigen Plauderton das Gesundheitssystem unter die Lupe. „Jetzt gibt es ja sogar einen Defi in der Sparkasse. Ganz praktisch, denn manch einer wird ihm beim Anblick des Kontostandes gleich an Ort und Stelle brauchen“, erklärte der Kabarettist. Überhaupt heiße Gesundheit doch eigentlich nur: „Man ist nicht richtig untersucht worden.“ Das Gesundheitswesen biete ungeahnte Möglichkeiten, schließlich lebten vier Millionen Menschen von „unseren Krankheiten“. Somit sichere der Körper quasi Arbeitsplätze: „Ich bin also nicht Kunde, sondern Anbieter. Ich biete Symptome. Man muss sie mir nur abkaufen“, überlegte Wohlenberg. Das System sei ein Haifischbecken: „Aber es wird Zeit, dass wir mal Seepferdchen machen.“

Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Rundgang oder plauderten bei Sekt und Selters mit Ärzten und Geschäftsleuten.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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