Unruhe im Flüchtlingscamp in Schwarzenborn

Syrer starb nach medizinischem Notfall - Ausschreitungen wurden befürchtet

Schwarzenborn. Nach dem Tod eines 43 Jahre alten syrischen Flüchtlings im Zeltlager Schwarzenborn wurden dort starke Polizeikräfte zusammengezogen, Ausschreitungen der Bewohner wurden befürchtet. Noch am Mittag waren dort ein Dutzend Polizeifahrzeuge zu sehen.

Der Mann war gegen 2 Uhr am Montag gestorben, eine Notärztin war Ort gewesen, konnte ihm jedoch nicht mehr helfen.

Am Morgen traf Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber im Lager ein. Er sagte der HNA, dass der 43-Jährige vermutlich an Ösophagusvarizen – Krampfadern der Speiseröhre – gelitten habe. Laut Lagerbewohnern ging es dem Syrer in der Nacht sehr schlecht, er habe Blut gespuckt. Klüber bestätigte, dass der Kranke auf dem Weg zum Zelt der Sanitäter zusammenbrach, die alarmierte Notärztin traf darauf hin binnen weniger Minuten ein.

Nachdem der Mann während der ärztlichen Behandlung gestorben war, reagierten Lagerbewohner so aufgebracht, dass die diensthabenden Sanitäter ihr Zelt verließen, berichtete Klüber weiter. Sie hätten sich bedroht gefühlt, um ihre Sicherheit gefürchtet.

Diese Meldung wurde aktualisiert um 15 Uhr.

Der Tote war mit seinem zwölfjährigen Sohn in dem Lager in Schwarzenborn einquartiert worden. Laut Klüber wurde ein Onkel des Kindes in einer Flüchtlingsunterkunft in Bremen ausfindig gemacht. Dieser sollte gestern mit dem Zug anreisen, um sich weiter um den Jungen kümmern zu können.

Die Leiche des Syrers wurde zur Obduktion beschlagnahmt, die Kripo war vor Ort. Alle Vorwürfe von Lagerbewohnern über eine mögliche mangelhafte Versorgung des Patienten oder ähnliches würden überprüft, sagte der Vizepräsident.

Klüber betonte zugleich, dass der Druck der Menschen im Lager auf feste Unterkünfte sehr groß geworden sei, noch am Montag sollte versucht werden, zunächst die Kinder und Frauen anderswo unterzubringen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Haaß/HNA

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