Mehr Babys: Klapperstorch fliegt auf Kreis Kassel

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel kamen im vergangenen Jahr mehr Babys zur Welt als noch 2014. Allerdings gab es nur ein leichtes Plus von 1,6 Prozent.

Insgesamt wurden 1780 Mädchen und Jungen im Kreis geboren. Das teilte das Statistische Landesamt Hessen jetzt mit.

Ein möglicher Grund für die leichte Zunahme bei den Geburten könnte die Zuwanderung von Flüchtlingen, aber auch anderen Personen sein, sagte Diana Schmidt-Wahl vom Statistischen Landesamt. Denn durch die Neuankömmlinge steige automatisch auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter. Genauere Analysen haben die Statistiker aber bislang nicht vorgenommen.

Viele Babys in Baunatal

Statistisch gesehen bekam jede Frau im Landkreis 1,54 Kinder im Jahr 2015. „Dieser Wert ist in den vergangenen zwei Jahren leicht gestiegen“, sagt Schmidt-Wahl. 2013 lag dieser Wert beispielsweise noch bei 1,39. Auf Landesebene ist die Zahl von 1,4 auf 1,5 gestiegen.

Von den 1780 Kindern, die im vergangenen Jahr im Kreis zur Welt kamen, wurden die meisten in Baunatal geboren. Insgesamt waren es dort 247 Kinder. Dann folgen Vellmar mit 139 Babys und Wolfhagen mit 123. Allerdings gab es nur in einer Kommune im Landkreis mehr Neugeborene als Gestorbene: In Nieste kamen 21 neue Erdenbürger hinzu, während 14 Menschen 2015 starben. In allen anderen Kommunen ist das Verhältnis umgekehrt. Den 1780 Neugeborenen im Kreis stehen insgesamt 2922 Gestorbene gegenüber. In der Stadt Kassel wurden derweil 1917 Kinder auf die Welt geholt. Auch dort gab es somit im Vergleich zum Vorjahr ein Plus. Dieses betrug 2,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind in der documenta-Stadt 2178 Menschen gestorben.

Vorhersagen, wie sich die Zahlen im Jahr 2016 noch entwickeln werden, sind kaum möglich, sagt Diana Schmidt-Wahl vom Statistischen Landesamt. Sie vermutet, dass die Zahlen eher wieder nach unten gehen werden. Das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt lag in Hessen 2015 bei 29,5 Jahren. „Je später Frauen ein Kind bekommen, desto unwahrscheinlicher ist ein zweites Kind“, sagt Schmidt-Wahl.

„Bedingungen verschlechtert“

Gabriele Kopp

Überrascht von der leicht gestiegenen Zahl der Geburten war Gabriele Kopp. Die Kasselerin ist Vorsitzende des Landesverbands der Hessischen Hebammen. „Die Bedingungen für uns Hebammen haben sich aber nicht verbessert“, sagt Kopp. „Es gibt so viel zu tun wie seit langem nicht mehr, aber das Personal wird nicht aufgestockt“, kritisiert sie. Zur Personal- komme auch eine Raumnot. „Die angestellten Hebammen leiden darunter, dass in den vergangenen Jahren in Hessen 28 Kreißsäle gesc hlossen wurden.“ Dabei gehöre das aus ihrer Sicht zur Grundversorgung eines Krankenhauses. „Das ist eine unschöne Entwicklung.“

Dass viele Kliniken ihre Geburtsstationen schließen, habe finanzielle Gründe, sagt Gabriele Kopp. „Normale Geburten werden schlechter bezahlt als Kaiserschnitte.“ Für die Frauen würden die Fahrten in die Kliniken deshalb immer länger. „Wir freuen uns, dass es mehr Geburten gibt, aber die Bedingungen für uns haben sich nicht verbessert.“

Quelle: HNA

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