Mehr als 500 Besucher beim HNA-Lesertreff mit drei Bürgermeisterkandidaten

Riesengroßes Interesse am HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Bad Emstal: Mehr als 500 Besucher verfolgten das einzige direkte Aufeinandertreffen der drei Kandidaten Dr. Meike Werther, Frank Unseld und des Amtsinhabers Ralf Pfeiffer.

Die gingen bei der von HNA-Redaktionsleiter Norbert Müller und Redakteurin Antje Thon moderierten Veranstaltung ausgesprochen fair miteinander um. Ein offener Schlagabtausch blieb aus. Lediglich aus den Reihen der Zuschauer gab es einige provozierende Fragen.

Provokativ auch die Aussage von Norbert Müller, Bad Emstal sei, da es als einzige Kommune im Altkreis so bedürftig sei, dass es unter den Rettungsschirm schlüpfen dürfe, das Griechenland des Wolfhager Landes. Dafür spendete das Publikum amüsiert Beifall.

Zu der damit verbundenen Frage an die Kandidaten, wo man in Emstal den Rotstift ansetzen könne, gab es unterschiedliche Ansichten. Während Frank Unseld Einsparpotenzial bei der Schließung eines Freibades sieht, sprach sich Dr. Meike Werther für die Einführung eines ControllingSystems aus. Bei Freibädern und Bürgerhäusern dürfe man nicht sparen. Amtsinhaber Pfeiffer sieht Einsparpotenzial durch Kostensenkung im Bereich des Thermalbads. Bei den Freibädern habe man in den vergangenen Jahren bereits die Kosten senken können.

Um höhere Einnahmen zu erzielen wünscht sich Ralf Pfeiffer den horizontalen Finanzausgleich, bei dem reiche Kommunen die schwächeren stärken. „Das ist ungerecht“, findet Meike Werther. Sie sieht eher im Gesundheitssektor Chancen für Bad Emstal. Ihre Idee: die Gründung einer Ausbildungseinrichtung beim Thermalbad und ein medizinisches Versorgungszentrum schaffen. Frank Unseld sieht Gewinne für Bad Emstal im Gewerbebereich.

Keine Windkraft im Wald

Auch erneuerbare Energien waren Thema beim Lesertreff. Werther sprach sich für eine Förderung der Gemeinde von autarken Häusern aus. Solarparks sollten ausgebaut werden. Frank Unseld setzt nicht auf Windräder, sondern auf den Tourismus, speziell die Vermarktung des Habichtswaldsteigs. Eher gelassen sieht es der derzeitige Rathauschef Pfeiffer. Windräder in den Wäldern solle es auf dem Gebiet Bad Emstals nicht geben, wohl aber zwei neue im Windpark Istha. Damit habe die Gemeinde ihre Hausaufgaben erledigt und produziere mehr Strom als sie verbrauche.

Auf die Frage nach einer Tankstelle in der Gemeinde, antworte Amtsinhaber Pfeiffer: „Innerhalb der nächsten zwölf Monate bekommen wir eine – vertrauen Sie doch Ihrem Bürgermeister.“

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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