Frauen-Frühstück im Begegnungszentrum verbindet Kulturen und übt Sprechen

Mehr als nur Brötchen

Frühstück unter Frauen: Ganz vorn eine der beiden Leiterinnen Gudrun Lebèus mit Helene Menges und Galina Kaiser, dahinter Teilnehmerinnen mit Dietlind Henß (ganz rechts). Foto: Thiery

Homberg. Das Frauenfrühstück im Begegnungszentrum in der alten Sparkasse in Homberg ist mehr als Kaffee trinken und Brötchen essen. Dort können Frauen mit Migrationshintergrund Kontakte zu Frauen mit ähnlichen Geschichten und zu Hombergerinnen knüpfen und mehr über die deutsche und andere Kulturen erfahren.

„Wir wollen die Frauen verbinden, sie aus der Isolation holen und ihnen helfen am Leben teil zu nehmen“, sagen Sprachlehrerin Dietlind Henß und Migrationsberaterin Gudrun Lebèus, die die Plattform am Bahnhof jeden ersten Donnerstag im Monat anbieten. Direkt nach den Kommunikationskursen können die Teilnehmerinnen zum Frühstück gehen.

Nach dem gemeinsamen Essen, bei dem deutsch gesprochen wird, gibt es Angebote wie Kochen, Basteln, Vorträge und Informationen. Vergangenen Donnerstag stand Tanz auf dem Programm. Oft war das Frauenbüro zu Gast, die Feuerwehr berichtete über die Arbeit von Frauen in der Feuerwehr. „Wir wollen Brücken bauen, informieren und die Frauen ermutigen, Deutsch zu reden“, sagte Lebèus.

Die Gruppe ist gemischt. Galina Kaiser aus Frielendorf besucht den Sprachkurs und ist wenn möglich bei jedem Frühstück mit dabei. „Ich bin neugierig“, sagte sie. Sie habe schon viele Impulse aus den Treffen mit genommen. Die 43-Jährige ist seit 15 Jahren in Deutschland und arbeitet als Krankenschwester beim Roten Kreuz. Sie hat Deutsch zunächst im Selbststudium erlernt, später im Integrationskurs vertieft.

„ Ich muss in meinem Beruf gut deutsch sprechen können“, sagt sie. Das Frühstück ist für sie eine gute Möglichkeit, Kontakt zu anderen Frauen zu bekommen. Das ist auch für Helene Menges aus Homberg wichtig. Die 65-jährige Rentnerin fühlt sich im Kreis angenommen und gut aufgehoben. Auch lerne sie viel über die Kultur in anderen Ländern, berichtet sie.

Das Nesthäkchen in der Gruppe ist Nirodja Chanmdramokan aus Sri Lanka. Die 23-Jährige lächelt in die Runde und hofft auf bessere Sprachkenntnisse. Die junge Frau sucht zurzeit einen Ausbildungsplatz als Erzieherin oder Krankenschwester.

Ein bisschen spannend sei es immer, wie viele Frauen kommen. Die Teilnahme sei nicht gleichmäßig. (zty) • Kontakt: Gudrun Lebèus, Migrationsberaterin vom Diakonischen Werk, Tel. 0 56 81/90 98 55. Dietlinde Henß, Tel. 0 56 81/29 07.

Quelle: HNA

Kommentare